Dufry noch nicht aus den roten Zahlen heraus

Der Reise-Detailhändler Dufry legt beim Umsatz weiter zu. Allerdings gelang dem Unternehmen in der Berichtsperiode nicht bereits der Sprung in die Gewinnzone.
03.08.2018 08:00
Dufry-Shop im Flughafen Newark, New Jersey.
Dufry-Shop im Flughafen Newark, New Jersey.
Bild: cash

Einen konkreten Ausblick gibt Dufry traditionell nicht, der Blick in die Zukunft ist aber positiv.

Die Verkäufe stiegen um 7,2 Prozent auf 4,10 Milliarden Franken, entsprechend einem organischen Wachstum von 5,5 Prozent, teilte Dufry am Freitag mit. Der Bruttogewinn kletterte um 7,7 Prozent auf 2,45 Milliarden, die Marge verbesserte sich leicht auf 59,8 Prozent von 59,5 Prozent. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA legte um 13 Prozent auf 464,1 Millionen zu und erreichte damit einen Rekordwert.

Dufry verringerte den Verlust nach Minderheiten mit -9,6 Millionen nach -24,9 Millionen Franken im Vorjahr weiter, erreichte aber die schwarzen Zahlen nicht. Das Unternehmen verweist darauf, dass das Reinergebnis wegen saisonalen Effekten im zweiten Semester jeweils besser ausfalle.

Erwartungen teilweise erfüllt

Mit den Zahlen hat Dufry die Erwartungen nur teilweise erfüllt, besonders beim Gewinn blieb das Unternehmen hinter den Prognosen zurück. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 4,08 Milliarden Franken, für den Bruttogewinn bei 2,45 Milliarden. Der EBITDA wurde bei 467,0 Millionen und das Reinergebnis bei +16,5 Millionen erwartet.

Bei den Regionen zeigte insbesondere Osteuropa, Naher Osten, Asien und Australien mit 22 Prozent ein starkes organisches Wachstum. Der wichtige Markt in Südamerika wuchs durch die Abwertung der Währungen gegenüber dem US-Dollar organisch nur um gut 4 Prozent.

Für das Gesamtjahr zeigt sich Dufry wie üblich wenig konkret. Die Marktbedingungen dürften dank des gesunden Passagierwachstums weltweit positiv bleiben. Allerdings werde wohl auch die Schwäche einiger Märkte in die zweite Jahreshälfte hineinreichen, was aber durch die gute Entwicklung in anderen Bereichen ausgeglichen werden soll, wird CEO Julian Diaz zitiert. Dufry sei bereit, das volle Potenzial der Hochsaison im dritten Quartal auszuschöpfen.

China bringt Region nach vorne

Bei den Regionen zeigte insbesondere Osteuropa, Naher Osten, Asien und Australien mit 22 Prozent ein starkes organisches Wachstum. Dies sei insbesondere der wachsenden Zahl chinesischer Passagiere zu verdanken. Bereits am "Kapitalmarkttag" im Juni deutete Dufry an, dass der asiatische Markt immer wichtiger werde. Aber auch andere Länder wir Russland, Bali oder Australien wuchsen zweistellig.

Der wichtige Markt in Südamerika legte organisch nur um gut 4 Prozent zu. Insbesondere die grossen Länder wie Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay litten unter der Abwertung ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar. Derweil zeigte sich Mittelamerika und die Karibik stark.

In Nordamerika lag das organische Wachstum bei knapp 8 Prozent. Neue Verträge und ein anhaltendes Passagierwachstum halfen. Südeuropa und Afrika zeigten nur ein schwaches organisches Plus von 0,5 Prozent - hier war eine Verschiebung des Tourismus von Spanien nach Griechenland und die Türkei zu beobachten. In der Region UK und Mitteleuropa musste Dufry durch die Schliessung in Genf sogar einen organischen Rückgang um gut 1 Prozent hinnehmen.

Ausblick grundsätzlich positiv

Für das Gesamtjahr zeigt sich Dufry wie üblich wenig konkret. Die Marktbedingungen dürften dank des gesunden Passagierwachstums weltweit positiv bleiben. Allerdings werde wohl auch die Schwäche einiger Märkte in die zweite Jahreshälfte hineinreichen, was aber durch die gute Entwicklung in anderen Bereichen ausgeglichen werden soll, wird CEO Julian Diaz zitiert. Dufry sei bereit, das volle Potenzial der Hochsaison im dritten Quartal auszuschöpfen.

In der ersten Jahreshälfte wurde insgesamt über 13'000 Quadratmeter neue Ladenfläche eröffnet, um das Wachstum zu beschleunigen. Über 22'000 Quadratmeter wurden renoviert. Zudem seien bereits Verträge für neue Shops auf 14'000 Quadratmetern unterzeichnet, die bis 2019 eröffnen sollen. Auch wurden wichtige Verträge erneuert.

(AWP)