EFG-Aktien ziehen markant an

Die Aktien von EFG International haben am Donnerstag zu einem Kurssprung angesetzt. Die Privatbankengruppe hatte am Morgen erklärt, sie habe bei der BSI-Integration zusätzliche Kostensparmöglichkeiten entdeckt.
08.12.2016 10:05
EFG International wird BSI in die Privatbankengruppe intergrieren und dabei rund 240 Millionen Franken an Synergiegewinnen.
EFG International wird BSI in die Privatbankengruppe intergrieren und dabei rund 240 Millionen Franken an Synergiegewinnen.
Bild: cash

Bis 10.05 Uhr gewinnen die EFG-Titel bei hohen Volumen 7,4% auf 6,64 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) gehalten ist. Damit liegen die Papiere wieder ungefähr auf dem Niveau vom letzten Februar, als der Kauf der etwa gleich grossen Bankengruppe angekündigt wurde.

Die Privatbank hatte am Morgen mitgeteilt, dass aus der BSI-Integration nun im Jahr 2019 Synergien in Höhe von rund 240 Millionen nach bislang 185 Millionen Franken vor Steuern erwartet werden. Sein Schätzungsmodell werde er mit diesen neuen Zielsetzungen überarbeiten und das Kursziel entsprechend anpassen, schreibt Analyst Andreas Venditti. Zuletzt lag dieses bei 5,10 Franken. Die Einstufung "Hold" bestätigt Venditti.

Auch ZKB-Experte Michael Kunz wertet es als "sicher positiv", dass noch einmal weitere Synergien entdeckt wurden. Andererseits zeige es sich einmal mehr, dass die Branche im aktuellen Marktumfeld bei den Erträgen kaum etwas verbessern könne. Die Finanzinstitute müssten sich damit ausschliesslich mit ihrer Kostenbasis beschäftigen.

Skepsis bei erwarteten Asset-Abgängen

Gewisse Skepsis hegt Kunz mit Blick auf die von EFG genannten Indikationen zum erwarteten Abfluss von Kundenvermögen. Laut EFG dürften in den nächsten drei Jahren je 10 Milliarden Franken verloren gehen. Kunz verweist in diesem Zusammenhang auf die bereits in diesem Jahr eingetretenen Asset-Abgänge bei BSI. Die Nettoneugeldabflüsse bei den Kundenvermögen beliefen sich bei BSI im ersten Halbjahr auf 9,6 Milliarden Franken.

Begeisterung bezüglich etwaiger strategischer Quantensprünge kann der Deal bei Kunz aber nach wie vor nicht auslösen, wie dieser schreibt. Allerdings sehe die Aktie bei Eintreffen der Synergien wohl sehr günstig bewertet aus. Der Analyst belässt sein Votum auf "Marktgewichten".

(AWP)