EFG erhält Rabatt bei BSI-Übernahme

Die Vermögensverwalterin EFG International hat die Akquisition der Tessiner BSI von BTG Pactual zu einem vorläufigen Kaufpreis von 1,06 Milliarden Franken abgeschlossen. Das ist deutlich weniger als angekündigt.
01.11.2016 07:35
 Mit dem Deal steigt EFG zum fünftgrössten Schweizer Vermögensverwalter auf.
Mit dem Deal steigt EFG zum fünftgrössten Schweizer Vermögensverwalter auf.
Bild: iNg

Der nun bezahlte Preis liegt um 217 Millionen Franken tiefer als bei der Übernahme im Februar angekündigt worden war. Die "vorläufigen Anpassungen nach unten" gründen auf den aktuellen Geschäftszahlen von BSI. Alleine seit Mitte des Jahres sind die verwalteten Vermögen von BSI aufgrund der Entwicklungen in Malaysia (1MDB) von 76,0 Milliarden auf 69,0 Milliarden Franken gesunken.

Bei BSI fielen die ertragsgenerierenden verwalteten Vermögen im dritten Quartal auf 69,0 Mrd CHF aufgrund der Entwicklungen in Malaysia (1MDB), heisst es weiter.

Das kombinierte Geschäft werde nach Swiss GAAP mit einer Common-Equity-Quote von 16,8%, einer Gesamtkapitalquote von 19,4% und einer Liquiditätsquote (LCR) von 219% über eine solide Kapital- und Liquiditätsposition verfügen, teilt das Unternehmen am Dienstag mit.

Der finale Preis für den Kauf von BSI werde noch einem abschliessenden Audit unterzogen, teilte EFG International am Dienstag mit.

BSI ist in den Geldwäscherei-Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB verwickelt. Verkäuferin von BSI ist die brasilianische Investmentbank BTG Pactual. Diese geriet nach der Verhaftung ihres Gründers inmitten einer Korruptionsaffäre in Turbulenzen und veräusserte das Institut im Februar an EFG. Mit dem Deal steigt EFG zum fünftgrössten Schweizer Vermögensverwalter auf.

Neuigkeiten zum EFG-Geschäftsgang

Zudem gibt EFG erste Eckwerte zu den Geschäftszahlen im dritten Quartal bekannt. So seien Bruttoertrag und Bruttomarge (ohne Lebensversicherungen) stabil geblieben und die zugrundeliegende Profitabilität habe sich weiter verbessert.

Die Nettoneugelder seien ebenfalls unverändert geblieben. Die ertragsgenerierenden verwalteten Vermögen beliefen sich den Angaben zufolge Ende September 2016 auf 79,8 Mrd CHF, gegenüber 80,6 Mrd Ende Juni.

Der IFRS-Reingewinn sei derweil von Kosten und Rückstellungen im Zusammenhang mit BSI beeinträchtigt worden, sowie durch einen negativen Beitrag aus den Lebensversicherungsportfolios. Gegen die Prämienerhöhungen durch Transamerica und AXA habe man inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet; Ähnliches prüfe man gegen die Gesellschaft Lincoln.

Ferner bestätigt EFG International die zuvor kommunizierten mittelfristigen Ziele für das kombinierte Geschäft nach Abschluss der Integration von BSI.

(SDA/AWP)