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Ein Dank, ein Wunsch - und eine Empfehlung

Die hektische Vorweihnachtszeit neigt sich dem Ende zu, die Geschenke sind gekauft. Oder doch nicht? Eine Weihnachts- und Jahresbetrachtung.
22.12.2012 01:00
Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Bild: cash

Vielleicht geht es Ihnen auch so: Der vorweihnächtliche Stress baut sich jetzt, wo die Festtage immer näher kommen, langsam ab. Denn die Tage und Wochen vor Heiligabend gehören traditionell und branchenübergreifend zu den hektischsten im ganzen Jahr.

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung, man hat endlich etwas Ruhe, sich einige Gedanken zum ablaufenden Jahr zu machen. Man wird – falls man Investor ist - wahrscheinlich zum Schluss kommen, dass die letzten zwölf Monate positiv überrascht haben. Man wird aber auch – aus Sicht von Arbeitnehmer und Arbeitgeber – zum Schluss kommen, dass das Jahr bezüglich Arbeitsplatzsicherheit und konjunktureller Entwicklung nicht das gebracht hat, was man sich erhofft hatte. Und dass der Ausblick für das Jahr 2013 unsicher bleibt.

cash lotete diese Woche solche Eindrücke und Erinnerungen in der Interviewserie mit Wirtschaftsvertretern und Anlegern aus. Den Abschluss macht heute das Interview mit cash-Leser Andreas Neeracher. Er ist einer eifrigsten Kommentatoren von cash-Artikeln. Neeracher steht symbolisch für die grosse und treue cash-Leserschaft. Diese Leser-Treue schätzen wir bei cash ausserordentlich, es ist ein Zeichen von Wertschätzung unserer Arbeit. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich dafür bedanken.

Erlauben Sie mir auch noch einen persönlichen Rückblick. Ich könnte natürlich viele Dinge aufzählen, die mir in diesem Jahr positiv und negativ in Erinnerung bleiben. Haften blieb mir aber besonders eine cash-Kolumne von Helmut Dietl, Wirtschaftsprofessor an der Universität Zürich, die er vor einem Jahr verfasst hatte und die zeitlos ist.

Dietl ging der Frage nach, was wir zu Weihnachten einander schenken sollten. Viele Leute sind sich ja des kommerziellen Weihnachtsrummels überdrüssig. Eine cash-Umfrage zeigte kürzlich, dass ein überraschend grosser Teil der Leser angab, gar kein Budget für Geschenke zu haben. Ob sie sich auch an Dietl erinnerten? Dieser zitierte nämlich wissenschaftliche Studien, wonach wir Güter, die andere für uns kaufen, um durchschnittlich 20 Prozent geringer wertschätzen als diejenigen Güter, die wir uns selbst kaufen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass wir mit Geschenken an Weihnachten eine erhebliche Vernichtung von Werten in Kauf nähmen.

Dietl hob daher die grosse Bedeutung von immateriellen Geschenken hervor, die vor allem für Kinder einen hohen Wert haben. Und er kam mit Einbezug der Erwachsenenwelt zum Schluss: "Auch für Kinder gilt: Das grösste Geschenk, das man ihnen machen kann, sind Zeit und Aufmerksamkeit."

In diesem Sinne und mit dem Hinweis, dass cash auch über die Festtage einen umfassenden Informationsdienst bietet, wünsche ich Ihnen im Namen des cash-Teams eine erholsame und schöne Weihnachtszeit.