Ein Jahr nach Brexit-Votum - Britisches Konsumentenverhalten bedroht Wachstum

Die Stimmung der britischen Konsumenten hat sich nach der Wahlschlappe von Premierministerin Theresa May weiter eingetrübt.
01.07.2017 11:37
Die Abkühlung des Immobilienmarktes in Grossbritannien drückt auf die Stimmung der Konsumenten.
Die Abkühlung des Immobilienmarktes in Grossbritannien drückt auf die Stimmung der Konsumenten.
Bild: Pixabay

Einer kürzlich veröffentlichten Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge fiel der Index für das Konsumentenvertrauen ungefähr auf Werte zurück, die zuletzt direkt nach dem Brexit-Referendum gemessen wurden. Es sei damit zu rechnen, dass sich das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten deutlich abkühlen werde, hieß es in der Studie. Nur starke britische Exporte könnten eine Rezession verhindern.

Den Verbrauchern macht auch die nach dem Anti-EU-Votum von Mitte 2016 anziehende Inflation zu schaffen, weil die Löhnzuwächse mit der Teuerungsrate nicht mehr mithalten können. Die Abkühlung des Immobilienmarktes drücke zudem stark auf die Stimmung der Konsumenten, hieß es in der Studie weiter. Wertsteigerungen bei Häusern und Wohnungen waren ein wichtiger Grund, warum Briten sich in den vergangenen Jahren viel leisten konnten. Laut der Hypothekenbank Nationwide sind die Häuserpreise zuletzt aber drei Monate in Folge gefallen - erstmals seit 2009.

May wollte sich bei den Parlamentswahlen Anfang Juni eigentlich eine deutliche Mehrheit sichern und damit Rückenwind für die Verhandlungen über die Details des EU-Austritts. Die konservative Politikerin erreichte ihr Ziel aber nicht und führt nun eine Minderheitsregierung an.

(Reuters)