Eine Aktie für die zweite Jahreshälfte

Geht es nach einem viel beachteten Analysten, dann kommt man als Anleger im zweiten Halbjahr an einer Schweizer Versicherungsaktie nicht vorbei.
19.06.2014 08:24
Von Lorenz Burkhalter
Steht nicht nur bei Helvea hoch im Kurs: Die Aktie des Lebensversicherers Swiss Life.

2004 lagerte die Genfer Traditionsbank Pictet & Cie ihren Aktienhandel und die Aktienanalyse an damalige Mitarbeiter aus. Helvea ward geboren. Seit August des letzten Jahres gehört das Unternehmen der deutschen Baader Bank.

Gerade bei institutionellen Grossinvestoren wird den Unternehmensstudien von Helvea eine grosse Beachtung zuteil. In einer solchen bricht der Versicherungsanalyst nun eine Lanze für die Aktie von Swiss Life. Sie wird weiterhin mit einem Kursziel von 235 Franken zum Kauf empfohlen und als beste Idee für die zweite Jahreshälfte gefeiert. Derzeit notiert die Aktie bei rund 215 Franken.

Überzeugender Semesterausweis erwartet

Der in Zürich beheimatete Lebensversicherungskonzern werde heute ganz anders beurteilt als noch vor wenigen Jahren, so der Studienverfasser. Zwar habe die Aktie einen Grossteil des Bewertungsabschlags gegenüber jenen vergleichbarer Mitbewerber wettgemacht. Es gebe aber gute Gründe, weshalb noch einmal mit höheren Kursen zu rechnen sei.

Als Hauptgrund gibt der Analyst die Wahrscheinlichkeit eines starken und überzeugenden Ergebnisses für die ersten sechs Monate an. Er rechnet mit weiteren Fortschriften auf der Kostenseite und dank der tiefen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr mit einer Erholung bei den Kommissionserträgen. Überraschungspotenzial verspricht sich der Studienverfasser auch vom Neugeschäft, welches von einer Verschiebung der Zusammensetzung in Richtung rentablerer Produkte profitiert haben sollte. Den Halbjahrsabschluss präsentiert die Swiss Life am 13. August.

Es winken substanziellen Dividenden oder Rückkäufe

Mittelfristig werde der Versicherungskonzern zur alten Form zurückfinden. Mit der geplanten Transformation in Richtung Vermögensverwaltung werde das Unternehmen eine höhere Eigenkapitalrendite erzielen und die Eigenkapitalkosten auf nachhaltiger Basis erreichen.

Um die Eigenkapitalbasis zu stärken, sei noch für ein bis zwei Jahre eine Ausschüttung am unteren Ende der Zielspanne von 20 bis 40 Prozent geplant. Danach bestehe allerdings zunehmend Raum für eine signifikant höhere Bardividende oder ein Aktienrückkaufprogramm.

Mit der Empfehlung in bester Gesellschaft

Die Aktie von Swiss Life werde auf Basis des Buchwerts noch immer mit einem Abschlag zur Konkurrenz bewertet. Auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau sei sie daher deutlich interessanter als jene von Bâloise, Helvetia oder National-Versicherung.

Mit dieser Kaufempfehlung befindet sich der Analyst von Helvea in bester Gesellschaft. Erst vor wenigen Tagen nahm der für Kepler Cheuvreux tätige Berufskollege die Wiederabdeckung der Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 245 Franken auf. Der Nachrichtenagentur awp zufolge stufen 7 von 11 Analysten den Titel mit "Kaufen" ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 229 Franken.