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Eine Dividenden-Zugabe für Kühne-Aktionäre?

Kühne+Nagel präsentiert am Montag seine Jahreszahlen. Vieles deutet darauf hin, dass das Logistikunternehmen dann für seine Aktionäre eine besondere Nachricht bereit hält.
28.02.2014 11:36
Von Ivo Ruch
Der K+N-Hauptsitz in Schindellegi.

Für die Aktionäre von Kühne+Nagel hat das Jahr ordentlich begonnen. Mit einem Kursplus von 4 Prozent liegt die Aktie des Logistikers mit dem Gesamtmarkt nahezu gleichauf. Der eigentliche Zahltag steht den Anlegern aber vermutlich erst noch bevor.

Denn es ist sehr gut möglich, dass das K+N-Management dem Verwaltungsrat neben der regulären eine ausserordentliche Dividende vorschlägt. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) schätzen, dass bei K+N rund 1,25 Milliarden Franken in der Kasse schlummern, die nicht vollumfänglich betriebsnotwendig seien. "K+N könnte gut 480 Millionen ausschütten", schreibt die ZKB in einer Analysten-Notiz. Das käme einer Sonderdividende von 4 Franken pro Aktie gleich.

Auch die Analysten der Privatbank Vontobel rechnen aufgrund der hohen Liquidität für 2013 mit einer Sonderdividende. "Angesichts einer Ausschüttungsquote von rund 75 Prozent und da das Unternehmen nicht zu Aktienrückkäufen neigt und auch keine grössere M&A-Pläne hat", begründen die Vontobel-Experten ihre Vermutung.

Vontobel hatte bereits Anfang Januar mit Hinweis auf eine Sonderausschüttung eine Handelsempfehlung für K+N ausgesprochen. Daraufhin hatte die Aktie einen veritablen Kurssprung vollzogen.

Aktie stolz bewertet

Allerdings ist die K+N-Aktie beim heutigen Kurs kein Schnäppchen mehr. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (2014) von 22 ist sie eher teuer bewertet. Das ist ein Grund, wieso Morgan Stanley das Kursziel bei 113 Franken festlegt – am Freitagmittag notiert die Aktie bei 123 Franken. Ein bedeutender Teil des zukünftigen Wachstums sei bereits eingepreist, schreibt Morgan Stanley in einem Kommentar.

Auch abgesehen von der möglichen Sonderdividende rechnen Marktbeobachter mit einem guten Zahlenkranz des in Schindellegi ansässigen Spediteurs. Unter Ausklammerung einer Busse aus dem Jahr 2012 erwartet die ZKB einen EBIT-Anstieg von 9,3 Prozent. Im Bereich Luftfracht prognostiziert Vontobel ein Wachstum, das über der Entwicklung des Gesamtmarktes liegt.

Auch die Sparte Kontraktlogistik dürfte künftig zu den Wachstumstreibern gehören. Vor Kurzem hat Kühne+Nagel mit Airbus einen Vertrag zum Unterhalt eines Lagerhauses in Warschau abegeschlossen. Und im amerikanischen Atlanta wurde ein neues Logistikzentrum eröffnet. Als Logistiker dürfte Kühne + Nagel nicht zuletzt von der aufkeimenden Weltwirtschaft profitieren, wie Maerki-Baumann-Anlagechef Daniel Egger neulich im cash-Börsen-Talk sagte.