Eine Kantonalbankaktie mit Potenzial

Das Ausscheiden aus den Aktienindizes von MSCI hat der Aktie einer Westschweizer Kantonalbank sichtlich zugesetzt. Nun ist die Zeit für eine Kurserholung gekommen.
28.11.2013 08:13
Von Lorenz Burkhalter
Der Verkaufsdruck dürfte bei der BCV-Aktie nach dem Ausscheiden aus den Aktienindizes von MSCI nachlassen.

Das Ausscheiden aus den viel beachteten Aktienindizes von MSCI kam nicht überraschend. Dennoch mussten sich indexorientierte Marktteilnehmer bei der Banque Cantonale Vaudoise (BCV) bis Montag von 160'000 Namenaktien trennen. Da dies nicht weniger als 24 durchschnittlichen Tagesvolumen entspricht, sackte der Kurs alleine seit Anfang Monat vorübergehend um 8 Prozent ab.

Nicht zuletzt aufgrund der attraktiven Dividendenrendite von 6,7 Prozent stehen die Zeichen gut für eine Kurserholung im Umfang von 10 bis 12 Prozent.

Ein solches Erholungspotenzial lässt auch die charttechnische Ausgangslage erwarten. Vom unteren Ende des mehrmonatigen Handelsbandes bei 470 Franken aus besteht in einem ersten Schritt Raum für einen Anstieg bis ans obere Ende bei 505 Franken. Dort entscheidet sich dann, ob sogar ein Vorstoss auf 530 bis 540 Franken möglich ist. In dieser Region zeigt der Kursverlauf von Ende April her eine offene Lücke. Für gewöhnlich werden solche Lücken früher oder später wieder geschlossen.

Aktie mehr als eine langweilige Dividendenperle

Eine der wenigen Banken, welche die Aktie abdecken, ist die MainFirst Bank. Für die beiden verantwortlichen Analysten ist sie mehr als eine attraktive Dividendenperle. Immerhin werde den Aktionären für die kommenden Jahre eine reguläre Dividende von 22 bis 27 Franken und wenn möglich eine Sonderdividende von weiteren 10 Franken je Aktie in Aussicht gestellt.

Anlässlich der Halbjahresergebnispräsentation habe die BCV zudem positive Auswirkungen der steiler werdenden Zinskurve bestätigt. Die Kantonalbank selber rechne mit einer Verbesserung der Zinserträge von 5 bis 10 Millionen Franken im Jahr, höhere Volumen und ein in Zukunft aktiveres Kapitalmanagement noch gar nicht berücksichtigt.

Im noch hängigen US-Steuerstreit geht die MainFirst Bank von einer Vergleichszahlung von 150 Millionen Franken aus. Diese äusserst konservative Prognose findet mittlerweile auch Einzug im Bewertungsmodell für die mit «Outperform» und vorerst mit einem Kursziel von 500 Franken zum Kauf empfohlene Aktie.