stock alert

Eine Pharmazulieferer-Aktie auf Höhenflug

Bei der Aktie von Siegfried zeigt die Kursentwicklung schon seit Tagen steil nach oben. Angeblich kaufen sich Aktienfonds beim Pharmazulieferer ein. Doch drängt sich die Aktie wirklich auf?
28.10.2015 00:01
Von Lorenz Burkhalter
Will hoch hinaus: Der Pharmazulieferer Siegfried.
Will hoch hinaus: Der Pharmazulieferer Siegfried.
Bild: Siegfried

Es gibt Unternehmen, die schon seit Jahren alles richtig machen. Zu diesen gehört hierzulande auch der Pharmazulieferer Siegfried. Erst im Mai dieses Jahres gelang dem Unternehmen mit dem Kauf von Geschäftsaktivitäten des grossen deutschen Chemiekonzerns BASF ein Quantensprung.

Seither ist der Aktienkurs um knapp 15 Prozent auf 194,20 Franken gestiegen. Von der bisherigen Bestmarke vom Frühsommer 1998 bei 213 Franken trennen ihn nur noch wenige Prozent. Gerade bei Fondsmanagern scheinen die Wachstumsaussichten gut anzukommen. Nur so lässt sich erklären, weshalb Händler schon seit Tagen von guten Käufen aus dieser Ecke berichten.

Gute Basis für zukünftiges Wachstum

Durch die umgerechnet knapp 300 Millionen Franken schwere Übernahme von drei Produktionsstandorten von BASF wird sich der Jahresumsatz von Siegfried über die Zeit mehr als verdoppeln. Für das kommende Jahr prognostiziert der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst einen Umsatz von 716 Millionen Franken. Nicht zuletzt dank des attraktiven Kaufpreises der Geschäftsaktivitäten dürfte der Reingewinn dann knapp 50 Millionen Franken betragen, Tendenz steigend.

Für den Experten steht fest: Siegfried hat eine gute Basis für nachhaltiges und profitables Wachstum geschaffen. Die Integration der Grossübernahme sei nur mit geringen Risiken verbunden, beurteilt er die Situation. Die Aktie von Siegfried stuft er weiterhin mit "Übergewichten" ein, was einer Kaufempfehlung gleichkommt.

Ende September gelang dem Unternehmen ein weiterer Meilenstein. Mittels einer privat platzierten Wandelanleihe konnte es sich 60 Millionen Franken zur Teilfinanzierung der Übernahme vom Mai sichern. Da die Umwandlung der Anleihe durch Aktien aus dem Eigenbestand sichergestellt wird, ist aus Sicht der Aktionäre nicht mit einer Verwässerung zu rechnen. Mit dem Emissionserlös dürfte ein Teil des von Banken zur Verfügung gestellten Überbrückungskredits getilgt werden. Das wiederum hat vorteilhaftere Fremdkapitalkonditionen zur Folge.

Wachstum kommt vor Dividende

Bislang wird die Aktie von Siegfried neben der Zürcher Kantonalbank nur noch von der Bank Vontobel abgedeckt. Sollte der Börsenwert des Pharmazulieferers die Marke von einer Milliarde Franken durchschreiten, könnten weitere Banken auf die Aktie aufmerksam werden.

Anleger, die an hohen Dividenden interessiert sind, werden bei Siegfried allerdings nicht fündig. Zwar plant das Unternehmen eine Erhöhung der Dividende. Auf Basis der vorliegenden Prognosen wird diese irgendwo zwischen 1,90 und 2 Franken zu liegen kommen. Das entspräche einer mageren Rendite von gut einem Prozent. Dass für Siegfried das Wachstum an erster Stelle steht, hat jedoch auch seinen Reiz.