Eine Wette auf diese Währungen lohnt sich

Die Commerzbank rechnet mit einer Rückkehr der Carry-Trades und schreibt, in welchen Währungen sich Anleger am ehesten verschulden sollten und in welchen nicht.
12.02.2014 08:29
Von Lorenz Burkhalter
Mit ihrer Notenpresse spielt die Bank of Japan in die Hände von Währungsspekulanten.
Mit ihrer Notenpresse spielt die Bank of Japan in die Hände von Währungsspekulanten.
Bild: Bloomberg

Tiefe Realzinsen und Währungsturbulenzen in den Schwellenländern haben den auf Hochzinswährungen wettenden Marktteilnehmern und ihren Carry-Trades teilweise hohe Verluste beschert. Durch die entschiedene Intervention einiger Zentralbanken haben sich die Erfolgschancen solcher Wetten allerdings verbessert, so die Währungsstrategen der Commerzbank.

Sie rechnen damit, dass sich Marktteilnehmer über die kommenden Wochen vermehrt wieder in Währungen von Ländern mit tiefen Zinsen verschulden und mit dem Erlös in Hochzinswährungen investieren. Denn mit den jüngsten Leitzinserhöhungen würden Länder wie Indien oder die Türkei den Währungsschwankungen entgegenwirken. Gleichzeitig schlage sich dieser Vorstoss in einer höheren Realverzinsung nieder. Beides steigere die Attraktivität von Carry-Trades.

Japanischer Yen bietet sich zum Verschulden geradezu an

Bei den gängigsten Währungen bietet sich der Commerzbank zufolge vor allem der japanische Yen an, um sich darin zu verschulden. Diese Währung korreliere seit je her negativ mit Risikoindizes. Und auch bei den Zinsen müssten Anleger in Japan nicht mit bösen Überraschungen rechnen, seien die Realzinsen doch noch immer unter Druck. Das als Folge der aggressiv lockeren Geldpolitik der Bank of Japan. Anders als andere Länder werde Japan an der stark expansiven Geldpolitik festhalten, was ein weiteres starkes Argument gegen den Yen sei. Da sich die Baissepositionen seit Ende Dezember nahezu halbiert hätten, hinterlasse die Währung auch keinen besonders überverkauften Eindruck.

Die Währungsstrategen der Commerzbank raten Anlegern hingegen davon ab, sich für Carry-Trades im Euro zu verschulden. So erstaunlich es auch klingen mag: Die europäische Einheitswährung weise derzeit alle Charakteristiken eines sicheren Hafens auf. Die Realzinsen seien dabei zu steigen, die Zahlungsbilanz habe sich sichtlich verbessert und es fliesse wieder Kapital nach Europa. Einziger Unsicherheitsfaktor sei die zukünftige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, welche durch den erstarkten Euro zum Handeln gezwungen werde. Bei der Commerzbank wird nicht ausgeschlossen, dass Europa bei der Geldpolitik dem Vorbild Japans folgen und den Euro schwächen könnte.

Und auch sonst gebe es aufgrund der recht tiefen Währungsvolatilitäten durchaus auch Argumente, welche gegen solche Wetten wie Carry-Trades sprechen würden, so die Strategen abschliessend.