ElektroautosDie Pläne der Autobauer in Sachen Elektromobilität

Der politische Druck, die zunehmende Reichweite und günstigere Batterien haben für Antrieb auf dem Markt für Elektromobilität gesorgt.
03.10.2017 19:20
Die grossen Autohersteller haben gemerkt, dass sie ihre Entwicklung in der Elektromobilität forcieren müssen.
Die grossen Autohersteller haben gemerkt, dass sie ihre Entwicklung in der Elektromobilität forcieren müssen.
Bild: Bloomberg

Die grossen Hersteller kommen an der alternativen Antriebsform nicht mehr vorbei und wollen die Stückzahlen von Elektroautos kräftig nach oben treiben. Eine Übersicht über die Pläne der Autobauer für die Elektromobilität:

General Motors 
Die frühere Opel-Mutter will innerhalb von fünf Jahren 20 neue Fahrzeuge mit Elektromotoren oder Brennstoffzellenantrieb auf den Markt bringen. Eine Investitionssumme nannte GM bisher nicht. Die künftigen E-Auto-Generationen würden profitabel sein, erläuterte Entwicklungschef Mark Reuss.

Ford 
Der US-Autobauer will bis 2020 4,5 Milliarden Dollar in Elektrofahrzeuge investieren und in den nächsten fünf Jahren weltweit 13 Modelle einführen. Darunter soll auch ein kleiner Geländewagen sein, der mit einer Batterieaufladung rund 480 Kilometer zurücklegen kann.

Tesla 
Elektroautopionier Tesla hat in diesem Sommer sein erstes für den Massenmarkt konzipiertes Model 3 eingeführt. Bis 2020 will Tesla-Chef Elon Musk davon 500'000 bauen. Das wäre Branchenangaben zufolge etwa sechsmal so viel wie die vergangenes Jahr in den USA verkaufte Zahl an Elektrofahrzeugen. Mit 35'000 Dollar soll es halb so viel kosten wie das Model S. Doch zur Zeit kämpft Tesla mit Produktionsengpässen.

Volkswagen
Europas grösster Autobauer will mit einer grossangelegten Elektroauto-Offensive den Dieselskandal hinter sich lassen. Der deutsche Konzern plant bis 2025 80 neue Elektrofahrzeuge, darunter auch Audi-, Skoda- und Seat-Modelle. Anvisiert werden Verkaufszahlen von zwei bis drei Millionen. 2030 soll es für alle Modelle dann auch eine Elektro-Version geben. Bis dahin rechnet der Konzern mit Investitionen von mehr als 20 Milliarden Euro in die Technologie.

Daimler
Der deutsche Konzern peilt bis 2020 an, jährlich 100'000 Elektrofahrzeuge zu verkaufen. Bis 2025 will Daimler mit reinen Elektroautos einen Anteil am weltweiten Absatz von etwa einem Viertel erreichen. Bis 2022 sind mehr als zehn Modelle geplant. Das erste der eigens geschaffenen Elektromarke EQ, der EQC, soll ab 2019 im Werk Bremen vom Band laufen. Zuletzt kündigte Daimler für seine Elektroauto-Pläne die Investition von einer Milliarde Dollar in den Mercedes-Standort Tuscaloosa in den USA an.

BMW 
Auch der Münchner Konzern hat angekündigt, nach und nach alle Modellreihen zu elektrifizieren. Bis 2025 sollen 25 Elektro-Modelle im Programm sein, davon 12 vollelektrisch. Derzeit haben die Bayern neun Modelle mit Stromantrieb, dazu gehört der 2013 auf den Markt gebrachte Kleinwagen i3. Die übrigen sind Hybridmodelle, die auf kurzen Strecken rein elektrisch fahren und für längere Touren mit Verbrennungsmotor.

Toyota
Der japanische Konzern will bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen mit Mazda zusammenarbeiten und bis 2020 Modelle für den Massenmarkt im Programm zu haben. Bisher hat Toyota stark auf die Wasserstofftechnologie als alternativen Antrieb gesetzt und vor allem mit dem Hybrid-Modell Prius gepunktet. Von 2050 an will Toyota nur noch Modelle ohne Schadstoffausstoss anbieten.

Fiat Chrysler
Fiat-Chef Sergio Marchionne äusserte sich jahrelang skeptisch über die Aussichten von Elektrofahrzeugen. Angesichts der Dieselkrise machte er in diesem Sommer aber eine Kehrtwende und teilte Analysten mit, er sei "dem Rest der Mannschaft beigetreten". Der konkreteste Plan ist zur Zeit Fiat Chryslers Luxusmodell Maserati, das bis 2022 teilweise elektrifiziert sein soll.

Volvo
Der zum chinesischen Autobauer Geely gehörende Premiumhersteller wird nach 2019 nur noch neue Modelle mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb auf den Markt bringen. Wegen der steigenden Kosten der Abgasreinigung hatten die Schweden im Sommer angekündigt, keine neuen Dieselmotoren mehr entwickeln zu wollen. Volvo war damit der erste, der ankündigte, die Entwicklung von Dieselmotoren einzustellen.

(Reuters)