Elektroautos - E-Ladesäulen-Hersteller ChargePoint prüft Börsengang

Der Hersteller von Ladesäulen für Elektroautos, ChargePoint, prüft den Gang an die Börse. «Dies könnte binnen fünf Jahren geschehen», sagte der Chef des Unternehmens, Pasquale Romano, in einem Interview bei Reuters.
28.08.2017 15:12
Eine Ladestation von ChargePoint.
Eine Ladestation von ChargePoint.
Bild: Bloomberg

Der Konzern, einer der weltweit führenden in der Branche, feile schon an einer börsengerechten Struktur. "Wir werden bereit sein, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen." Zu den Anteilseignern gehören Daimler, BMW und Siemens. Hinzu kommen die Risikokapital-Firmen Linse Capital, Rho Capital Partners und Braemar Energy Ventures.

Der Ausbau des Geschäfts mit E-Autos hängt in großem Maße von dem Netz an Ladesäulen ab. In dem Markt sind neben Autokonzernen und Start-ups auch Versorger wie Innogy oder E.ON aktiv. Der französische Versorger Engie hat sich den niederländischen Betreiber EV-Box einverleibt, Innogy will in den USA durchstarten und ChargePoint geht mit der Unterstützung deutscher Weltkonzerne ins Rennen.

Geschäft soll auch in Europa durchstarten

Gegründet im Jahr 2007 verfügt der Konzern aus dem Silicon Valley über ein Netz von rund 40'000 Ladepunkten in den USA und Mexiko. ChargePoint stellt die Säulen her, verkauft diese und nimmt sie in sein Netz auf, das über eine Handy-App aufgerufen werden kann. Daimler und Siemens sind seit diesem Jahr an Bord, BMW seit 2012. ChargePoint hat von Investoren bereits fast 300 Millionen Dollar eingesammelt.

Firmen-Boss Romano setzt auch stark auf den europäischen Markt. In Deutschland soll das Geschäft mit E-Autos in Folge der Diesel-Affäre von Volkswagen in Schwung kommen. Weitere interessante Märkte seien Frankreich, die Niederlande und Grossbritannien, sagt der Manager. In Grossbritannien habe sein Unternehmen im Mai einen Deal für Schnellladestationen abgeschlossen.

Konkurrenten in Europa sind Engies EV-Box mit mehr als 48'000 Ladepunkten und Innogy mit 5800. Der E-Auto-Pionier Tesla hat nach eigenen Angaben weltweit 6372 Schnellladestationen. ChargePoint hat als Kunden auch ein Konsortium im Blick, an dem Daimler und BMW beteiligt sind, und das in Europa rund 400 besonders schnelle Ladepunkte installieren will. Romano rechnet damit, dass es auf dem Markt zu Zusammenschlüssen kommt. "Es wird eine Konsolidierung geben. Am Ende werden drei, vier Player übrigbleiben - wir sind hoffentlich einer davon."

(Reuters)