Elektrokomponenten - Schaffner erhofft sich viel von Elektrofahrzeugen

Der Elektrokomponentenhersteller Schaffner hat im ersten Halbjahr einen leichten Umsatzanstieg verzeichnet und den Gewinn deutlich verbessert. Insbesondere der Markt für Elektroautos soll in Zukunft für Wachstum sorgen.
11.05.2017 08:27
Die Schaffner Group hat ihren Sitz in Luterbach, in der Nähe von Solothurn.
Die Schaffner Group hat ihren Sitz in Luterbach, in der Nähe von Solothurn.
Bild: ZVG

Auch im zweiten Semester rechnet Schaffner mit einer Steigerung zur Vorjahresperiode. An den Mittelfristzielen hält das Management fest und rechnet in Zukunft bei Automotive mit einem massgeblichen Beitrag durch den Elektrofahrzeugmarkt.

Der Umsatz stieg im ersten Semester 2016/17 (per 31.03.) um 2,2% auf 94,6 Mio CHF. In Lokalwährungen entsprach dies einem Plus von 4,5%, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Auftragseingang verbesserte sich um 5,8% auf 99,7 Mio und das Book-to-Bill-Verhältnis der Gruppe betrug 1,05 (1,02).

Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT stieg deutlich auf 6,0 Mio CHF verglichen mit 1,6 Mio in der Vorjahresperiode, womit sich die entsprechende Marge auf 6,4% von 1,8% verbesserte. Unter dem Strich erzielte Schaffner einen Reingewinn vpm 4,2 Mio CHF nach 0,4 Mio.

Wachstumsträger waren laut Mitteilung die Kernmärkte Automobilelektronik mit einem Anstieg um 14% zum Vorjahr, Werkzeugmaschinen mit einem Plus von 45% und Stromversorgungen für elektronische Geräte mit einer Steigerung um 7%. Effiziente Antriebssysteme und Bahntechnik hätten nach einer Baisse in der zweiten Hälfte des Vorjahrs eine leichte Erholung gezeigt, heisst es.

Zweistellige Margen

Die Divisionen EMC und Automotive erreichten den Angaben zufolge zweistellige Gewinnmargen, während die Division Power Magnetics ihren schrittweisen Turnaround fortsetzte. EMC steigerte den Umsatz leicht um 0,6% auf 45,7 Mio CHF und das Ergebnis verdoppelte sich fast auf 6,2 Mio nach 3,2 Mio im Vorjahreszeitraum. Schaffner verweist auf Fortschritte in der Operational Excellence, wodurch es gelungen sei, trotz eines leichten Anstiegs der Rohmaterialpreise, die Produktionskosten leicht zu senken.

Power Magnetics steigerte dem Umsatz um deutliche 16% auf 23,4 Mio CHF, der Verlust vor Restrukturierungskosten konnte auf 3,5 Mio von 6,2 Mio fast halbiert werden. Die Division befinde sich nach wie vor im Turnaround-Modus, heisst es.

Mit einem Umsatzplus von rund 15% auf 25,4 Mio CHF wartete die Division Automotive auf, und das Ergebnis stieg um rund 26% auf 5,9 Mio. Chancen werden hier im Markt für EMV-Filter in Elektrofahrzeugen gesehen. Man habe bereits einen mehrjährigen Auftrag eines europäischen Premiumautobauers gewonnen, so die Mitteilung. Erste Lieferungen seien im Verlauf des Geschäftsjahres 2017/18 vorgesehen. Der Markt Elektrofahrzeuge werde ab 2018/19 einen massgeblichen Beitrag zum Segmentumsatz leisten, so die Erwartung.

Zweites Semester über Vorjahr erwartet

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch. Die Entwicklung der Weltwirtschaft sei wegen der politischen und makroökonomischen Risiken zwar nur schwer einschätzen. Gleichwohl erwartet das Management, dass im zweiten Semester die Zahlen der Vergleichsperiode übertroffen werden. Aufgrund der starken Positionen in attraktiven Marktnischen und der guten Auftragslage in den Divisionen EMC und Automotive rechne man bei ähnlichen Wechselkursen mit einer Fortsetzung der Erholung, heisst es.

Schaffner gibt sich dabei zuversichtlich, nach dem Turnaround der Division Power Magnetics die Mittelfristziele mit einem organischen Wachstum von mehr als 5% und einer EBIT-Marge von über 8% zu erreichen. Die Kernmärkte böten langfristig Chancen für organisches Wachstum im Rahmen der strategischen Zielsetzung, heisst es.

(AWP)