Energiekonzern - Uniper: Von der Resterampe zum Liebling der Investoren

Uniper aus Deutschland strebt eine bessere Zusammenarbeit mit dem finnischen Grossaktionär Fortum an. Einige Fakten zum Düsseldorfer Versorger.
09.02.2019 07:40
Ein Erdgasspeicher in Etzel, Deutschland, vom Energieversorger Uniper.
Ein Erdgasspeicher in Etzel, Deutschland, vom Energieversorger Uniper.
Bild: ZVG

Die Abspaltung

Der Energiekonzern E.ON spaltet 2016 die Kraftwerkstochter ab und legt 53 Prozent der Anteile den eigenen Aktionären ins Depot. Bei der Erstnotiz von Uniper im September 2016 ist die Aktie 10,15 Euro wert. Der Kurs legt rasch zu. Am Mittwoch kletterten die Papiere zeitweise um 3,2 Prozent auf 26,95 Euro - den höchsten Stand seit drei Monaten. Ihr Allzeithoch hatten sie im Mai 2018 mit 27,74 Euro erreicht.

Das Unternehmen

Der Konzern ist mit rund 12.000 Mitarbeitern, davon etwa 5000 hierzulande, einer der größten Versorger Deutschlands. Uniper betreibt zahlreiche Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerke. Hinzu kommen Kernkraftwerke in Schweden und der Energiehandel. Ein starkes Standbein hat der Versorger auch im russischen Strommarkt. Der Konzern ist in über 40 Ländern aktiv. Insgesamt verfügte Uniper Ende 2017 über Anlagen mit einer Erzeugungskapazität von über 36 Gigawatt.

Zahlen

Im Geschäftsjahr 2017 fuhr der im MDax gelistete Versorger einen Umsatz von rund 72 Milliarden Euro ein. Operativ stand ein Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von 1,7 Milliarden Euro in den Büchern. Unter dem Strich lief ein Verlust von 538 Millionen Euro auf. Die Aktionäre erhielten eine Dividende von 74 Cent je Aktie. Die Zahlen für 2018 legt der Versorger am 12. März vor.

Die Konzernführung

An der Spitze des Konzerns steht seit der Gründung der ehemalige E.ON-Finanzchef Klaus Schäfer. Im vergangenen Jahr machte er seine Krebserkrankung öffentlich und begann eine Auszeit. Er tritt Ende August ab. Chef des Aufsichtsrats ist Bernhard Reutersberg. Er war Vorstandsmitglied bei E.ON und hatte zuvor auch die E.ON-Tochter Ruhrgas geführt, deren Geschäfte zu weiten Teilen in Uniper aufgegangen sind.

Die Angreifer

Der finnische Energiekonzern Fortum hält 49,99 Prozent der Uniper-Aktien. Er hatte E.ON für 3,8 Milliarden Euro die restlichen rund 47 Prozent abgekauft. Die Übernahme der Mehrheit ist den Finnen durch eine Regelung versperrt, die das Russland-Geschäft von Uniper betrifft. Fortum beschäftigt knapp 9000 Mitarbeiter und erzielte 2018 bei einem Umsatz von 5,2 Milliarden Euro einen Betriebsgewinn von knapp einer Milliarde Euro. Der US-Hedgefonds Elliott hält 16,51 Prozent an Uniper und wird einem Insider zufolge seine Beteiligung wohl weiter ausbauen.

(Reuters)