Enttäuschende Zahlen - GAM-Aktien sacken nach vorläufigen Zahlen ab

Für GAM-Aktien geht es am Freitag im frühen Handel steil abwärts. Der Vermögensverwalter hatte zuvor überraschend vorläufige Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt.
13.07.2018 15:55
Der Aktienkurs von GAM gibt am Freitag stark nach (Symbolbild).
Der Aktienkurs von GAM gibt am Freitag stark nach (Symbolbild).
Bild: cash

Dabei rechnet das Unternehmen unter dem Strich mit einem geringeren Gewinn als noch im Vorjahr. Dazu tragen massgeblich Abschreibungen auf die im Oktober 2016 übernommenen Cantab-Fonds bei.

Für GAM-Aktien geht es am Freitag steil abwärts. Der Vermögensverwalter hatte zuvor überraschend vorläufige Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Dabei rechnet das Unternehmen unter dem Strich mit einem geringeren Gewinn als noch im Vorjahr. Dazu tragen massgeblich Abschreibungen auf die im Oktober 2016 übernommenen Cantab-Fonds bei.

Gegen 16 Uhr hat sich das frühmorgendliche Minus von mehr als 5 Prozent auf 13,8 Prozent ausgeweitet. Der Gesamtmarkt gewinnt zeitgleich 0,4 Prozent hinzu. Die GAM-Aktien bewegen sich seit Januar kontinuierlich abwärts, mit einem beschleunigtem Tempo in den vergangenen Wochen.

Bei der ZKB schreibt Analyst Michael Kunz in einem ersten Kommentar, dass mit reduzierten Performance-Fees zu rechnen gewesen sei, da sich dies aufgrund der Performance der relevanten Fonds im ersten Halbjahr bereits abgezeichnet hatte. Dies erkläre auch den Kursrückgang der letzten Wochen.

Überraschender Abschreiber

"Der Abschreiber auf Cantab kommt überraschend nach noch nicht einmal 2 Jahren seit der Übernahme, obschon wir bereits in den letzten 3 Semestern enttäuschende Flows dort bekrittelt hatten", moniert Kunz. "Hier zeigt sich wieder einmal, dass, wenn ein Hedge-Fonds-Gründer seine Boutique an einen klassischen Asset-Manager verkauft, vor allem der Verkäufer profitiert".

Kunz geht nun davon aus, dass die Aktien vorerst nicht mit dem breiten Markt mithalten können und hat sie entsprechend auf "Untergewichten" abgestuft.

UBS-Analyst Mate Nemes rechnet in seiner ersten Einschätzung mit einer negativen Marktreaktion. Zwar sei das schwache Umfeld im zweiten Quartal bereits weitestgehen in den Kurs eingearbeitet worden, die nun in Aussicht gestellten Zahlen lägen aber unter den Konsens-Schätzungen. Dies zusammen mit dem deutlichen Abschreiber sei kein gutes Omen.

(AWP)