Enttäuschende Autoverkäufe belasten Wall Street

Schwache Zahlen vom US-Automarkt haben die Wall Street am Dienstag belastet. Zudem würden die Märkte von den Problemen bei den europäischen Banken und den schwachen Ölpreisen dominiert.
02.08.2016 22:45
Irgendwie ist der Wurm drin: Händler an der Wall Street am Dienstag.
Irgendwie ist der Wurm drin: Händler an der Wall Street am Dienstag.
Bild: Bloomberg

Es fehlten positive Nachrichten, sagte der Chef von Janlyn Capital, Andre Bakhos: "Es ist an der Zeit, Gewinne mitzunehmen."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 18'313 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 18'247 und 18'403 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,6 Prozent auf 2157 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büsste 0,9 Prozent auf 5139 Punkte ein.

Die grossen US-Autohersteller verkauften im Juli weniger Fahrzeuge als von Experten erwartet. Die Aktien von General Motors verloren daraufhin 4,4 Prozent, Ford gaben 4,3 und Fiat Chrysler 3,9 Prozent nach.

Kurssprung für umworbene Biogen

Um fast 10 Prozent stiegen hingegen im späten Handel Aktien von Biogen. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, mehrere Pharmaunternehmen seien am US-Biotech-Konzern interessiert - darunter Merck & Co. und Allergan. Es habe bereits informelle Vorgespräche gegeben. Ob es zu einem Deal komme, sei aber noch völlig offen. Der Marktwert von Biogen hatte zuletzt bei 68 Milliarden Dollar gelegen.

Bei den Einzelwerten stach zudem Pfizer hervor. Der Umsatz des Viagra-Konzerns kletterte im Quartal dank des Erfolgs neuer Medikamente um 11 Prozent und damit stärker als erwartet. Die Aktie verlor dennoch 2,5 Prozent. Anleger waren enttäuscht, dass Pfizer seine Jahresziele nicht anhob.

Der Druck auf die Ölpreise angesichts der Überproduktion nahm weiter zu: Nach einer kurzen Erholung fiel die US-Sorte WTI um 1 Prozent. Zwischenzeitlich hatte das Minus 1,8 Prozent auf 39,35 Dollar je Fass (159 Liter) betragen - das war der niedrigste Stand seit Mitte April.

Positive Konjunkturdaten helfen nicht

Auch von freundlichen US-Konjunkturdaten liessen sich Anleger nicht aufheitern. Die Konsumausgaben waren im Juni überraschend stark um 0,4 Prozent gestiegen. "Die Entwicklung von Einkommen und Ausgaben ist insgesamt stabil, was auf die robuste Lage am Arbeitsmarkt zurückzuführen ist", erklärte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. Der private Konsum in den USA steht für gut zwei Drittel der Wirtschaftskraft.

An der New York Stock Exchange wechselten 940 Millionen Aktien den Besitzer. 691 Werte legten zu, 2317 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,13 Milliarden Aktien 719 im Plus, 2133 im Minus und 144 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die zehnjährigen Bonds verringerten sich um 6/32 auf 100-20/32. Sie rentierten mit 1,553 Prozent. Die 30-Jährigen verloren 22/32 auf 104-4/32 und hatten eine Rendite von 2,307 Prozent. 

(Reuters)