Ergebnis leicht unter den Erwartungen - Cembra erzielt im ersten Halbjahr tieferen Gewinn

Die Cembra Money Bank hat im ersten Halbjahr 2017 die im Vorjahr erfolgte Senkung des Höchstzinssatzes durch den Bundesrat zu spüren bekommen.
25.07.2017 07:50
Cembra Money Bank AG ist ein Kreditinstitut mit Sitz in Zürich Altstetten.
Cembra Money Bank AG ist ein Kreditinstitut mit Sitz in Zürich Altstetten.
Bild: iNg

Der Reingewinn verringerte sich um 3 Prozent auf 69,4 Millionen Franken, wie die Konsumkreditbank am Dienstag mitteilte. Die Nettoforderungen gegen Kunden stiegen dagegen um 2 Prozent auf 4,17 Mrd Franken, wobei laut Cembra alle Produkte zum Wachstum beitrugen.

In den ersten sechs Monaten erwirtschaftete das Institut einen Nettoertrag von 192,3 Millionen Franken, was einem Rückgang um 3 Prozent entsprach. Dabei entwickelte sich der Zinserfolg mit einem Minus von 8 Prozent auf 138,6 Millionen Franken klar rückläufig. Neben der Mitte 2016 in Kraft gesetzten Senkung des Maximalzinssatzes für Konsumkredite auf 10 Prozent von vorher 15 Prozent beeinflusste auch die Zahlung von Negativzinsen auf Guthaben bei der Nationalbank (SNB) das Zinsgeschäft negativ.

Der Ertrag aus Kommissionen und Gebühren stieg dagegen um 14 Prozent auf 53,8 Millionen Franken. Der Anstieg war hauptsächlich eine Folge von höheren Gebühreneinnahmen im Kreditkartengeschäft. Die Rückstellungen für Kreditrisiken beliefen sich auf 21,1 Millionen Franken. Dies entspreche einer Verlustquote von 1,0 Prozent der Forderungen gegenüber Kunden, was gegenüber der vorherigen Periode praktisch unverändert war, so Cembra.

Analystenerwartungen nicht ganz erfüllt

Der Geschäftsaufwand verringerte sich in den ersten sechs Monaten um 2 Prozent auf 83,3 Millionen Franken. Während sich der Personalaufwand (+2 Prozent) weiter erhöhte, fiel der Sachaufwand (-7 Prozent) wegen reduzierter Marketing- und Mietkosten tiefer aus. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis stieg leicht auf 43,3 Prozent.

Mit den Ergebnissen bleibt die Cembra Money Bank etwas unter den Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt einen Betriebsertrag von knapp 196 Millionen Franken erwartet, den Gewinn hatten sie bei 70,2 Millionen Franken gesehen. Die Forderungen gegenüber Kunden hatten die Experten auf 4,09 Mrd Franken geschätzt.

Für das laufende Geschäftsjahr bestätigt Cembra die Prognose eines Ergebnisses pro Aktie zwischen 4,70 und 5,00 Franken. Der tiefere Nettozinsertrag als Folge der reduzierten Höchstzinssätze seit Juli 2016 solle teilweise durch den höheren Kommissionsertrag aus dem kontinuierlich wachsenden Kreditkartengeschäft kompensiert werden. Die Bank werde zudem weiter in die Digitalisierung des Geschäfts investieren, was zu einem leicht höheren Aufwand/Ertrags-Verhältnis führen werde, heisst es

(AWP)