Erhebung - Billige Energie drückt Inflation im Euro-Raum ins Minus

Die Inflation im Euroraum ist im August vor allem wegen billigerer Energie unter die Nulllinie gerutscht.
01.09.2020 11:16
Billige Energie zwingt die Inflation im Euroraum ins Minus.
Billige Energie zwingt die Inflation im Euroraum ins Minus.
Bild: pixabay.com

Die Verbraucherpreise sanken um 0,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Experten hatten dagegen mit einer Inflationsrate von plus 0,2 Prozent gerechnet, nach plus 0,4 Prozent im Juli. Energie verbilligte sich nun um 7,8 Prozent. Klammert man Energie aus, hätte die gesamte Jahresteuerung deutlich höher bei 0,7 Prozent gelegen. Teurer wurden vor allem unverarbeitete Lebensmittel: Sie kosteten 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht einen Wert von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunktur, verfehlt dieses Ziel jedoch seit Jahren. Sie hat sich angesichts der in der Corona-Krise weiter gefallenen Energiepreise und auch wegen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland darauf eingestellt, dass die Inflation vorerst auf dem Rückmarsch bleibt und wohl erst Anfang 2021 anziehen wird.

Während die Preise gemäss der für den europäischen Vergleich üblichen Berechnungsweise (HVPI) in Deutschland im August mit 0,1 Prozent nur minimal sanken, fielen sie in Zypern mit 2,9 Prozent und in Griechenland mit 2,1 Prozent besonders stark. In Italien sanken sie um 0,5 Prozent, in Frankreich dagegen lag die Inflationsrate bei plus 0,2 Prozent.

(Reuters)