Erholung beim Rohöl - Investmentbank warnt vor kräftigem Ölpreisanstieg

Eine bekannte Investmentbank rechnet über die kommenden zwei bis drei Jahre mit deutlich höheren Rohölpreisen und verrät, was dies für die Anleger bei Aktien und Anleihen bedeuten würde.
18.04.2017 08:17
Von Lorenz Burkhalter
Die Investmentbank Natixis sagt der Ölindustrie Morgendämmerung voraus.
Die Investmentbank Natixis sagt der Ölindustrie Morgendämmerung voraus.
Bild: Pixabay

Vor dem langen Osterwochenende wurden an den Rohstoffmärkten in der Spitze wieder 56,65 Dollar für ein Fass Rohöl der Sorte Brent Crude bezahlt. Damit konnte das "schwarze Gold" den im März beobachteten Rücksetzer weitestgehend wieder wettmachen und zu den Mehrjahreshöchstständen von Anfang Januar bei 58,37 Dollar aufschliessen.

Wie die bekannte französische Investmentbank Natixis in einem Strategiepapier schreibt, könnten die Rohölpreise über die nächsten zwei bis drei Jahren noch einmal kräftig steigen. Einerseits argumentiert der Autor mit der weltweit steigenden Ölnachfrage, andererseits aber auch mit sträflich vernachlässigten Investitionen in die Erschliessung und Förderung von Ölvorkommen. Die Kombination dieser beiden Faktoren werde sich über die Zeit rächen, so lässt er im Strategiepapier durchblicken.

Aktien- und Anleihenmärkte im Bann der Rohölpreise

Auf kurze Sicht verhindern dem Rohstoffstrategen zufolge die sehr hohen strategischen Ölvorräte in den USA und die dortige ihre Produktion hochfahrende Ölindustrie eine Fortsetzung der jüngsten Ölpreiserholung.

Die Preise für ein Fass Rohöl der Sorte Brent Crude haben sich zuletzt kräftig erholt (Quelle: www.cash.ch)

Dennoch verrät er schon heute, wie sich Anleger in Erwartung deutlich höherer Rohölpreise schützen oder sich diese gar zunutze machen können:

Anleihen: Ein kräftiger Anstieg bei den Rohölpreisen wirkt inflationstreibend und hätte deshalb verheerende Folgen für die Anleihenkurse. Dieser Kursfluktuation lässt sich entweder mit einer Untergewichtung der Anleihen in Wertschriftenportfolios, dem Einsatz inflationsgeschützter Anleihen oder der Absicherung über Inflations-Swaps entgegenwirken.

Aktien: Aus Sicht der Aktienanleger sind deutlich höhere Ölpreisnotierungen hingegen ein zweischneidiges Schwert. Während die Aktien von Unternehmen aus dem Energiesektor davon profitieren sollten, schneiden die Finanzwerte in Phasen kräftig steigender Ölpreise für gewöhnlich schlecht ab. Das gilt insbesondere für die Bankaktien.

Aktuell wird die Thematik vor allem dann, sollte der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent Crude über die Mehrjahreshöchststände von Anfang Januar bei 58,37 Dollar steigen. Spätestens dann müssten wohl viele Anleger ihre Wertschriftendepots den neuen Gegebenheiten anpassen, so sind sich Experten einig.