Erinnerung an Beschattungsaffäre - Ex-Credit-Suisse-Managerin wirft der Bank Beschattung vor

Eine ehemalige Mitarbeiterin der Credit Suisse in den USA behauptet, die Schweizer Bank habe sie beschatten lassen, nachdem sie in Buchhaltungsstreitigkeiten involviert war. Damit gerät die Bank erneut unter Druck.
12.12.2019 16:35
Filiale der Credit Suisse in der Innenstadt von Zürich.
Filiale der Credit Suisse in der Innenstadt von Zürich.
Bild: cash

Die Schweizer Bank und Palantir Technologies Inc, die vom US-Geheimdienst CIA Startkapital erhalten hat, haben 2016 zusammen Signac gegründet, um nicht-autorisierten Handel von Mitarbeitern aufzuspüren. Colleen Graham verliess die Bank nach 20 Jahren, um als Chefaufseherin zu Signac zu wechseln. Sie behauptete laut Gerichtsunterlagen des US-Arbeitsministeriums, dass Credit Suisse Vergeltungsmassnahmen ergriffen habe, nachdem sie sich geweigert hatte abzusegnen, wie Einnahmen von Signac in den Konten des Joint-Ventures verbucht wurden.

Die jüngsten Enthüllungen treffen die Bank nur wenige Monate nach einem Beschattungsskandal im Zusammenhang mit dem Weggang des ehemaligen Leiters des Wealth Managements, Iqbal Khan. Dieser Skandal kostete Chief Operating Officer Pierre-Olivier Bouée seinen Job und schadete dem Ruf der Bank.

Starke Frustration

Grahams Fall, der am Mittwoch von Dow Jones berichtet wurde, stammt aus dem Jahr 2017. Anwälte von Graham forderten im August dieses Jahres, den von Credit Suisse und Palantir gemeinsam eingereichten Antrag auf Abweisung ihrer Beschwerde abzulehnen. Graham hat laut ihrer LinkedIn-Seite die Credit Suisse im Februar 2016 verlassen.

Laut den Unterlagen äusserten Credit Suisse und Palantir “starke Frustration” über ihre Haltung bezüglich des Rechnungslegungsproblems. Ein Palantir-Manager sagte, es würde eine “massive nachgelagerte Auswirkung” haben. Die beiden Unternehmen setzten Graham dann unter “Druck, die Fakten zu verzerren, damit Einnahmen in Höhe von mehr als 14 Millionen Dollar 2016 verbucht werden können.

Behauptungen völlig unbegründet

Die Weigerung von Graham veranlasste die Bank, sie dann von wichtigen Besprechungen auszuschliessen, ihr mit Kündigung zu drohen und sie von einer gewissen Entschädigung auszuschliessen, schrieben ihre Anwälte. Die Credit Suisse schickte daraufhin eine “nicht identifizierte Frau, um Frau Graham drei Tage lang zu folgen, sie zu bedrängen und einzuschüchtern”.

Credit Suisse sagte in einer Erklärung, sie habe “eine gründliche und umfassende interne Untersuchung aller Behauptungen von Frau Graham durchgeführt und festgestellt, dass diese völlig unbegründet sind”. Gleichzeitig “untersuchten Ermittler des Arbeitsministeriums ihre Anschuldigungen mehr als ein Jahr lang und stellten fest, dass es keine Grundlage gab, die Angelegenheit weiter zu verfolgen und wiesen ihre Anschuldigungen vollkommen zurück”, hiess es. Die Bank sagte, sie werde weiter gegen die Anschuldigungen kämpfen.

(Bloomberg)

 

Ausgewählte Produkte auf CS Group

Symbol Typ Coupon PDF
MDGZJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 8.50% PDF
MCLUJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 8.15% PDF
MDBFJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 8.00% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär