Erleichterungsrally an der Wall Street

Am Tag vor der US-Wahl haben sich die Börsen über die gestiegenen Chancen der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton erfreut gezeigt.
07.11.2016 22:45
Endlich geht wieder was: gut gelaunte  an der Börse in New York.
Endlich geht wieder was: gut gelaunte an der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

Die Bundespolizei FBI hatte am Sonntag nach mehrtägigen Ermittlungen erklärt, neu aufgetauchte E-Mails der Demokraten böten keine Anhaltspunkte für eine Anklage. "Das ist eine Erleichterungsrally wegen Hillary Clinton", sagte Portfoliomanager Jack Ablin von BMO Private Bank am Montag. Ihr Rivale Donald Trump gilt vielen Investoren als unberechenbar, während von Clinton kein radikaler Kurswechsel erwartet wird.

Der Dow-Jones-Index stieg um 2,1 Prozent auf 18'260 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte um 2,2 Prozent auf 2132 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,4 Prozent auf 5166 Zähler. Die US-Börse hatte am Freitag den neunten Handelstag in Folge im Minus geschlossen, die längste derartige Serie seit 35 Jahren.

Clinton war in den vergangenen Monaten wegen der Nutzung eines privaten Servers für dienstliche E-Mails immer wieder unter Druck geraten. Mit der Erklärung des FBI vom Sonntag dürften die Ermittlungen zumindest bis nach der Wahl kein Thema mehr sein. Die Ex-Aussenministerin liegt in mehreren Umfragen vor dem Unternehmer.. "Clinton ist eine bekannte Grösse, und Investoren hassen Unsicherheit", sagte der Präsident von Sri-Kumar Global Strategies, Komal Sri-Kumar. Sie wären daher über einen Sieg von Clinton "sehr glücklich, selbst wenn die Steuern erhöht werden sollten".

Oracle nach zu Zukauf gefragt

Bei den Einzelwerten gerieten Oracle mit einem Kursplus von 2,1 Prozent in den Fokus der Anleger. Der Softwarekonzern war mit seiner 9,3 Milliarden Dollar schweren Offerte für den Cloud-Anbieter NetSuite erfolgreich. Ebenfalls stark gefragt waren US-Banken wie J.P. Morgan Chase, die 3,1 Prozent gewannen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 913 Millionen Aktien den Besitzer. 2444 Werte legten zu, 525 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,90 Milliarden Aktien 2269 Werte im Plus, 562 im Minus und 194 unverändert.

Auch bei den US-Staatsanleihen stand die Entscheidung des FBI im Fokus. Die zehnjährigen Papiere fielen um 12/32 auf 97-3/32. Sie rentierten mit 1,83 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 19/32 auf 92-25/32 und hatten eine Rendite von 2,6 Prozent.

(Reuters)