Ermotti warnt vor riskanter Kreditvergabe

Negative Zinsen leisten der Praxis riskanter Kreditvergabe bei einigen Banken Vorschub, sagt UBS-CEO Sergio Ermotti. Dies könne sich mit der Zeit zu einer Gefahr für das Finanzsystem auswachsen.
03.03.2016 06:01
Sergio Ermotti, CEO der UBS.
Sergio Ermotti, CEO der UBS.
Bild: cash

"Einige Banken gewähren Kredite im Übermaß zu Konditionen, die nach meiner Einschätzung auch Potenzial für künftige Risiken im System bergen", sagte Ermotti auf Bloomberg TV. "Es gibt Banken, die nicht länger wissen, was sie mit den Einlagen tun sollen. So versucht jeder, den anderen beim Preis zu schlagen. Mit der Zeit wird das ein strukturelles Defizit nach sich ziehen."

Ermotti sagte, Risiken könnten bei der Hypothekenvergabe und bei anderen Immobilienkrediten entstehen, wo Banken Kredite ausweiten, um die Erträge zu steigern. Kreditinstitute hätten auch damit begonnen, Gebühren für Dienstleistungen zu erheben, die in der Vergangenheit durch Einlagen subventioniert gewesen seien, sagte Ermotti. Er nannte Einlagen eine "faktische Einladung für Verluste".

Bei einer Veranstaltung in Frankfurt sagte EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure am Mittwoch, die Europäische Zentralbank verfolge die Auswirkungen negativer Zinsen auf die Banken aufmerksam.

(Bloomberg)