Ermotti: «Wir wollten Transparenz schaffen»

Die UBS legt früher als erwartet unerwartet gute Halbjahreszahlen vor. Im Video-Interview begründet CEO Sergio Ermotti das Vorpreschen und kommentiert das Zahlenset.
27.07.2015 11:10
Sergio Ermotti ist seit 2011 UBS-CEO.
Bild: cash

Einen Tag früher als ursprünglich geplant hat die Grossbank UBS ihr Ergebnis für das zweite Quartal publiziert. "Wir wollten Transparenz schaffen und gewisse Informationen korrigieren, die falsch und irreführend waren", sagt UBS-CEO Sergio Ermotti im Video-Interview. Am Wochenende hatte die "SonntagsZeitung" unter Berufung auf Insider berichtet, dass die UBS einen Quartalsgewinn von 1,5 Milliarden Franken eingefahren hatte.

Das stimmte nicht ganz. In Wahrheit legte die UBS einen Geschäftsertrag von 7,8 Milliarden, einen Vorsteuergewinn von 1,8 Milliarden und einem Reingewinn von 1,2 Milliarden Franken vor.

Mit der Sparte Wealth Management kann die Bank besonders zufrieden sein. Die UBS erzielte hier nach eigenen Angaben das beste Ergebnis in einem zweiten Quartal seit sechs Jahren. Der Vorsteuergewinn beläuft sich auf 769 Millionen Franken. Die Hauptgründe für das gute Resultat sieht Ermotti unter anderem im positiven Geschäftsumfeld in Asien und Amerika.

Die UBS hat vor einiger Zeit angekündigt, dass sie wegen der tiefen Zinsen beziehungsweise Negativzinsen bei Kunden mit einem Vermögen von insgesamt 30 Milliarden Franken Preisanpassungen vornehmen werde. Dennoch seien zwei Drittel dieser Kunden bei der UBS geblieben und hätten andere Alternativen für die Liquidität gefunden, sagt UBS-Chef Ermotti im Interview.

Steuerstreit mit Frankreich zieht sich hin

Erstmals hat die UBS auch über ihre neue Schweizer Einheit, die UBS Switzerland AG, berichtet. Auch hier zeigt sich CEO Ermotti erfreut über die Resultate und über die Transformation. Aufgrund regulatorischer Vorschriften musste die UBS eine Lösung schaffen, um im Notfall systemrelevante Teile der Bank weiterführen zu können. "Es war ein wichtiger Meilenstein. Dadurch haben wir nun eine viel solidere Lösung für 'too big to fail'. Das macht unsere Pläne viel einfacher und wir antworten auf die Vorschriften", sagt Ermotti.

Den Steuerstreit zwischen der UBS und Frankreich sieht Ermotti noch nicht unmittelbar vor dem Ende. "Ich glaube, es dauert noch lange, bis dieser Fall geschlossen wird." Die grösste Schweizer Bank steht seit 2012 im Visier der französischen Justiz. Bereits im Herbst musste das Institut eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen, nachdem es mit einem Einspruch vor Gericht gescheitert war.

(cash/AWP/SDA)