Erneut steigende Kurse an der Schweizer Börse

Zur Wochenmitte startet der Schweizer Aktienmarkt mit Kursgewinnen. Nach einer schwachen Vorwoche gewinnt der Leitindex SMI damit den dritten Handelstag in Folge.
21.09.2016 10:34
Die Kurse an der Schweizer Börse legen erneut zu.
Die Kurse an der Schweizer Börse legen erneut zu.
Bild: cash

Das Hauptaugenmerk gilt an diesem Tag den Notenbanken in Japan und den USA. So hat die Bank of Japan (BoJ) ihre Geldpolitik im Kampf gegen die hartnäckig flaue Konjunktur überarbeitet. In Japan reagiert die Börse positiv darauf, was Händler als Stütze auch für die hiesigen Kurse sehen.

Unter dem Strich fallen die ersten Reaktionen zur BoJ freundlich aus. "Innovativ" lautet etwa ein erster Experten-Kommentar. Die Notenbank schlage mit ihrem Fokus auf die langfristigen Zinsen ein neues Kapitel auf. Allerdings stelle sich die Frage, wie lang der positive Effekt anhalten wird. Vom Fed erwartet die Mehrzahl der Marktteilnehmer dagegen keine Veränderung des aktuellen Status quo, wenn die US-Währungshüter am Abend nach dem hiesigen Börsenschluss ihre Entscheidung kommunizieren. Hier hatten zuletzt unterschiedliche Stimmen aus dem Gremium aber für Unsicherheit an den Märkten gesorgt.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 09.30 Uhr 0,47% auf 8'276,17 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,59% auf 1'250,14 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,52% auf 9'005,34 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titel stehen 23 im Plus, sechs im Minus und einer (Kühne+Nagel) unverändert.

Bankentitel gesucht

Spitzenreiter sind vor allem die Aktien der beiden Grossbanken UBS (+2,0) und Credit Suisse (+1,7%). Julius Bär (+1,6%) legen auch klar zu. Sie hatten allesamt am Vortag noch zu den grössten Verlierern gehört. An den europäischen Börsenplätzen gehören Bankaktien an diesem Tag ebenfalls zu den Favoriten. Bei der CS stützt auch die Nachricht, dass eine US-Richterin im Verfahren um Tricksereien am Devisenmarkt einen Teil der Vorwürfe gegen die Credit Suisse, die Deutsche Bank und fünf andere Institute abgewiesen hat.

Den Banken dicht auf den Fersen folgen die Aktien der Versicherer Bâloise, Swiss Life und Swiss Re mit Kursaufschlägen zwischen 1,2 und 1,8%.

Bei den Anteilsscheinen der Swisscom (+0,9%) greifen Investoren ebenfalls beherzt zu. Der Telekomkonzern hat angekündigt, das Wachstum seines Tochterunternehmens Fastweb im italienischen Mobilfunkmarkt beschleunigen zu wollen.

Wie breit gestützt das Plus ist, zeigt die Tatsache, dass Werte aus allen Branchen hinzugewinnen. So ziehen die Aktien von Zyklikern wie LafargeHolcim (+1,4%) und auch ABB (+0,6%) ebenfalls an. Der Industriekonzern ABB kündigte am Morgen an, sein Kabelgeschäft an NKT zu veräussern. Das Geschäft sei Teil der ABB-Division Stromnetze, die derzeit einer strategischen Überprüfung unterzogen wird. In letzter Zeit hatte vor allem der Grossaktionär Cevian eine Abspaltung der gesamten Sparte gefordert.

Nach oben geht es auch für die zuletzt arg gebeutelte Swatch-Aktien (+0,6%). Die Anteilsscheine des Luxusgüter-Herstellers Richemont sehen mit einem Abschlag von 1,1% oder 0,65 CHF nur optisch schwächer aus. Der Konzern schüttet an diesem Tag eine Dividende von 1,70 CHF je Anteilsschein an seine Aktionäre aus. Bereinigt um diesen Effekt tendierte die Aktie somit klar im Plus.

Beim Spezialchemieunternehmen Clariant sorgt dagegen eine Abstufung durch die Citigroup für Kursverluste von 1,0%. Der Turnaround sei abgeschlossen und der nächste Schritt präsentiere neue Herausforderungen, heisst es in der Studie.

Die drei Schwergewichte Roche (+0,7%), Novartis (+0,4%) und Nestlé (+0,1%) hinken zum Teil hinterher, was die Kursgewinne des Gesamtmarktes begrenzt.

Die starke Nachfrage nach Finanzwerten spiegelt sich auch im breiten Markt wider. Hier führen die Anteilsscheine der GAM Holding (+2,4%), von Leonteq (+2,3%), EFG (+2,1%) und Temenos (+2,0%) die Kurstafel an. Die Vermögensverwalter waren am Dienstag noch als grösste Verlierer aus dem Handel gegangen. Bei Temenos stützt zudem eine Hochstufung durch Goldman Sachs.

(AWP)