Erstversicherer - Bâloise-Aktie fällt Gewinnmitnahmen zum Opfer

Der Halbjahresgewinn beim Versicherungskonzern Bâloise erholt sich und übertrifft die Analystenerwartungen. Gewinnmitnahmen lassen die Aktie von einem neuen 16-Jahres-Hoch zurückfallen.
30.08.2017 12:03
Von Lorenz Burkhalter
Bâloise-Chef Gert De Winter.
Bâloise-Chef Gert De Winter.
Bild: ZVG

Der Halbjahresgewinn von Bâloise erholt sich kräftig, nachdem der traditionsreiche Versicherungskonzern im Vorjahr mit Nachreservierungen zu kämpfen hatte. Allerdings fällt die Gewinnerholung kräftiger als von den Analysten erwartet aus. Deshalb übertrifft der Zahlenkranz nicht nur beim den Aktionären zurechenbaren Reingewinn, sondern auch beim Eigenkapital die Konsensschätzungen ziemlich deutlich.

Das wiederum kommt bei den Anlegern gut an. An der Schweizer Börse SIX gewinnt die Bâloise-Aktie zur Stunde noch 1,2 Prozent auf 151,40 Franken, nachdem sie im frühen Handel bei 159,60 Franken gar auf den höchsten Stand seit 16 Jahren geklettert war.

Der Halbjahresabschluss zeige eine gute Entwicklung, so ist in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank nachzulesen. Wie der Autor weiter schreibt, wird der sehr vorteilhafte Geschäftsverlauf vor allem von einem starken Nicht-Leben-Geschäft aber auch von einem guten Lebensversicherungsgeschäft getragen.

Auch die Eigenmittelsituation bezeichnet der Analyst als sehr solide. Dass dabei erstmals auch konkrete Zahlen zum SST-Ratio gemacht werden, erachtet er als positiv. Aufgrund ihres über dem Buchwert liegenden Kurses stuft er die Bâloise-Aktie weiterhin nur mit "Marktgewichten" ein.

Meilenstein im Schlüsselmarkt Deutschland

Wie sein Berufskollege von der UBS Investmentbank vorrechnet, überragt der Halbjahresgewinn die Markterwartungen um 13 Prozent. Das starke Combined Ratio im Nichtleben-Geschäft führt er zum einen auf geringere Schäden und zum anderen auf Reserveauflösungen zurück.

Sichtlich Gefallen findet der Analyst an den in Deutschland erzielten Fortschritten. Das Combined Ratio sei im nördlichen Nachbarland erstmals wieder auf unter 100 Prozent gefallen, was einem Meilenstein gleichkomme, so das Urteil.

Bei der Schweizer Grossbank wird die Aktie wie bis anhin mit einem 12-Monats-Kursziel von 160 Franken zum Kauf empfohlen.

Etwas vorsichtiger fällt das Urteil des für Julius Bär tätigen Experten aus. Dieser stösst sich ein bisschen an der eher mässigen Ergebnisqualität.

Intakte Dividendenaussichten

Von einem "guten Start ins Jahr" ist bei der Bank Vontobel die Rede. Der für die Zürcher Bank tätige Analyst begrüsst das starke technische Ergebnis im Nicht-Leben-Segment, den günstigen Finanzmarktbeitrag sowie die deutlich geringeren negativen Zinsauswirkungen im Lebensversicherungs-Segment.

Seines Erachtens macht der Dividendenausblick für Bâloise basierend auf einer starken Barmittelgenerierung und einer soliden Bilanz einen guten Eindruck. Der Experte rechnet für 2017 mit einer Dividende von 5,50 Franken je Aktie, was einer Rendite von 3,7 Prozent entspräche. Er bekräftigt das "Hold" lautende Anlageurteil und gibt das Kursziel mit 152 Franken an.