Ertragsaussichten - Negativzinsen bremsen UBS in der Vermögensverwaltung

Die Negativzinsen in Europa lasten auf dem internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS. Derzeit seien etwa 70 Prozent der verwalteten Gelder in der wichtigsten Sparte der Bank davon betroffen.
27.09.2017 16:57
Jürg Zeltner, CEO UBS Wealth Management.
Jürg Zeltner, CEO UBS Wealth Management.
Bild: Bloomberg

Vor allem Euro- und Franken-Anlagen seien betroffen, sagte UBS-Vermögensverwaltungschef Jürg Zeltner am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist eine gigantische Bremse. Letztlich drückten die Negativzinsen auch die Erträge. "Die Bruttomargen werden nicht wachsen, wenn sie jeden Tag aufgefressen werden", sagte Zeltner.

In der Euro-Zone und der Schweiz sind die Zinsen auf Rekordtiefs. Banken müssen Strafgebühren bezahlen, wenn sie Geld bei den Zentralbanken parken. Das hat sie zuletzt teils hohe Summen gekostet, weil viele ihrer Kunden angesichts der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit lieber Geld in bar halten, als zu investieren. UBS versucht die Negativzinsen zwar an Kunden weiterzureichen, schafft das aber nur zum Teil.

Mehr Kredite

Wann sich die Lage bessere, sei schwer abzuschätzen. "Ich weiss, dass sich die Zinsen wieder ändern werden. Ich weiss nur nicht, wann", sagte Zeltner. Allerdings könne UBS die Einbussen teilweise ausgleichen - etwa indem sie die Kunden dazu bewege, mehr zu investieren und in bestimmten Bereichen die Kreditvergabe ankurble. Dabei behalte die Bank jedoch die Risiken im Auge: "Wir haben festgelegt, wie hoch unser Risikoappetit ist", sagte Zeltner. Daher steige die Bank in der Vermögensverwaltung nicht in die Unternehmensfinanzierung oder das Geschäft mit Schiffs- oder Kunstfinanzierungen ein. Der Erzrivale Credit Suisse setzt deutlich stärker auf die Kreditvergabe - auch in der Schiffsfinanzierung.

Trotz des weiterhin unsicheren Umfelds angesichts der Krise um Nordkorea und dem Vormarsch europa-kritischer Parteien seien die Kunden nicht abgeneigt, zu investieren, sagte Zeltner. "Im vergangenen Jahr war der Risikoappetit der Kunden sehr gering. Aber in diesem Jahr war das Umfeld ganz anders", betonte der Manager. Im ersten Halbjahr stieg der bereinigte Vorsteuergewinn in der Sparte angesichts anziehender Kundentransaktionen und laufender Sparanstrengungen im Jahresvergleich um 14 Prozent.

(Reuters)