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«Es gibt lausige Quartalsresultate»

cash-Guru Alfred Herbert blickt mit gemischten Gefühlen auf die anstehenden Quartalsresulate der Firmen. Er erklärt im cash-Börsen-Talk zudem den heimlichen Anstieg eines bekannten SMI-Titels auf ein Sechs-Jahres-Hoch.
26.09.2014 01:00
Von Daniel Hügli
cash-Guru Alfred Herbert im Börsen-Talk.
Bild: cash

Das dritte Quartal neigt sich dem Ende zu. Investoren bereiten sich langsam auf die Geschäftsberichterstattung der Unternehmen vor. cash-Guru Alfred Herbert ist skeptisch, was die Firmen über Gewinn- und Umsatzentwicklung offenbaren werden.

"Es wird das lausigste Quartal in diesem Jahr sein", sagt Herbert im cash-Börsen-Talk. Die Auswirkungen der Russland-Sanktionen werden sich in den Resultaten vieler Firmen widerspiegeln, ebenso die schleppende Wirtschaftsentwicklung in Europa.

Einige Firmen haben ihr fiskalisches Quartal schon Ende August beendet. Die Zahlen von Oracle etwa waren unter den Erwartungen, beim Softwarehersteller Adobe enttäuschte der Ausblick. Der Luxusgüterkonzern Richemont hatte in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 (per Ende August) unter dem schwachen Asien-Geschäft gelitten. Die Aktie kam danach massiv unter Verkaufsdruck.

Herbert glaubt aber nicht, dass die Börsen weltweit bloss durch schlechte Unternehmenszahlen massiv unter Druck geraten werden. "Hinter dem Börsenaufschwung, den wir vor allem im August gesehen haben, steht ein grosses Momentum. Und das ist das billige Geld der Zentralbanken". Dies werde die Börsen weiter auf hohem Niveau halten.

Zurich-Aktie auf dem besten Zug

Die Entwicklung des Swiss Market Index (SMI) kam im September in der Tat etwas ins Stocken. Es schaut eine Performance von etwa 1 Prozent heraus. Drei Verlusttage in Serie zum Ende vergangener Woche und zu Beginn der neuen trübten die Rendite des SMI im letzten Monat des dritten Quartals. Erst in den letzten Tagen fand der Markt Boden und stieg wieder an.

"Es fehlen derzeit die Käufer und Verkäufer", so Herbert. Am besten performten im September die Pharmawerte Roche und Novartis mit einem Plus von etwa 8 Prozent, am schlechtesten schnitten die Uhrenhersteller Swatch und Richemont ab. Herbert rät, die beiden letztgenannten Titel zu meiden.

Dafür hat sich die Aktie von Zurich Insurance Group in den letzten Wochen heimlich empor gearbeitet und steht derzeit auf dem höchsten Stand seit beinahe sechs Jahren. Die Titel des Zürcher Versicherungskonzerns überzeugen die Anleger mit einer Dividendenrendite von 6 Prozent. Dies und das von Experten meist als "solid" bezeichnete Halbjahresergebnis liessen die Zurich-Aktie in den letzten Woche markant steigen.

"Zurich scheint mir von allen Schweizer Versicherungstiteln derzeit auf dem besten Zug zu sein", urteilt Herbert. "Die Aktie wird demnächst an der Marke von 300 Franken riechen". Der Titel notiert derzeit bei 285 Franken.

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Alfred Herbert ausführlich zu den Aktien von Swatch, Richemont, Novartis sowie Schmolz + Bickenbach und beurteilt den Niedergang des Silberpreises.