EU belegt Banken mit Millionenbussen wegen Zinsabsprachen

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die EU-Kommission den Grossbanken Credit Agricole, HSBC und J.P. Morgan Chase Strafen von insgesamt fast einer halben Milliarde Euro aufgebrummt.
07.12.2016 11:15
Die amerikanische Grossbank J.P. Morgan im Finanzdistrikt von London.
Die amerikanische Grossbank J.P. Morgan im Finanzdistrikt von London.
Bild: cash

Die Banken hätten sich bei Preiselementen auf Derivate auf den Zinssatz abgesprochen sowie vertrauliche Informationen ausgetauscht, teilten die EU-Kartellwächter am Mittwoch mit. Anders als die Deutsche Bank, Barclays, Royal Bank of Scotland und Société Générale hätten sich die drei Institute dazu entschlossen, keinen Vergleich zu schliessen.

Die Strafen belaufen sich auf 485 Millionen Euro, wovon 337,2 Millionen auf die US-Bank J.P. Morgan entfallen, auf die französische Institut Credit Agricole 114,65 Millionen und auf die britische HSBC 33,6 Millionen. Wie beim Libor haben auch beim Euribor Banker von 2005 bis 2008 zum eigenen Vorteil am Zinssatz geschraubt. Von solchen Interbanken-Zinssätzen hängen Geschäfte und Verträge im dreistelligen Billionen-Volumen ab.

Die Deutsche Bank hatte wegen der Manipulation des Euribor 2,5 Milliarden Dollar gezahlt. Insgesamt haben Banken weltweit rund 9 Milliarden Dollar aufgebracht, um die Verfahren wegen Zinsmanipulationen gegen sie beizulegen. Gleichzeitig laufen Prozesse gegen Dutzende Einzelpersonen.

(Reuters)