EU-Konjukturdaten belasten Schweizer Börse

Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und Kursverluste bei Marktschwergewicht Nestlé haben die Schweizer Börse am Donnerstag zwischenzeitlich deutlich in die Verlustzone gedrückt.
14.02.2013 17:45
Unter Druck: Die Schweizer Börse am Donnerstag.

Das Geschäft konzentrierte sich laut Händlern auf Aktien von Unternehmen, die Geschäftsbericht vorlegten. Die Firmen erfüllten die Erwartungen zumeist und wollen mehrheitlich die Dividende erhöhen.

Der Leitindex SMI notierte zum Handelsschluss gehalten bei 7482 Punkten. Der breite SPI legte um 0,1 Prozent auf 6891 Zähler zu.

Die schwer gewichteten Nestlé-Aktien fielen nach einem wie erwartet ausgefallenen Jahresbericht um 2,3 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel am Vortag ein Rekordhoch erreicht hatte. "Für einen weiteren Kursanstieg hätte Nestlé positiv überraschen müssen", sagte ein Händler. Verbraucher in den Schwellenländern haben dem Weltmarktführer 2012 erneut ein deutliches Umsatz- und Gewinnplus beschert. Unter dem Strich verdiente der Hersteller von Nescafé, Kitkat-Schokoriegeln und Maggi-Suppen 10,6 Milliarden Franken und traf damit die Analystenschätzungen punktgenau. Der Umsatz kletterte um 10,2 Prozent auf 92,2 Milliarden Franken und die Dividende wird auf 2,05 Franken je Aktie angehoben.

Dagegen schnellten die Anteile von ABB 5,6 Prozent hoch. Der Elektrotechnikkonzern überraschte vor allem mit dem der Auftragseingang positiv und will die Dividende anheben.

Clariant nach überraschend guten Zahlen gesucht

Auch die Clariant-Aktien reagierten mit einem Kurssprung von 4,9 Prozent auf die Bilanzveröffentlichung. Händler zeigten sich von der stärker als erwartet gestiegenen Rentabilität positiv überrascht.

Actelion profitierten von einer kräftigen Dividendenerhöhung. Der Biotech-Wert zog 2 Prozent an.

Zurich schlossen nach zwischenzeitlichem Taucher 0,5 Prozent im Plus. Der Versicherungskonzern hat die hohen Schadenzahlungen für den Hurrikan "Sandy" im Vorjahr mit einer guten Anlagestrategie mehr als wettmachen können und den Gewinn um 3 Prozent gesteigert, hält aber die Dividende stabil. "Wie Nestlé, einfach langweilig gut", sagte ein Händler.

Aktien der Grossbanken im Minus

Bei den Bankaktien gaben Credit Suisse und UBS nach. Der Titel der Waadtländer Kantonalbank schossen 6,7 Prozent hoch. Das Institut hat den Gewinn leicht gesteigert und schüttet 32 Franken Dividende je Aktie aus.

Die Anteile des Pharmakonzerns Novartis und Roche gewannen rund ein halbes Prozent.

Mehrheitlich freundlich zeigten sich die Aktien zyklischer Firmen. Holcim konnten sich nach dem Kurssprung vom Vortag halten.

Spekulationen über einen Ausstieg von Grossaktionär EDF drückten die Aktien von Alpiq 2,2 Prozent nach unten.

Eine Kaufempfehlung der Bank Berenberg half Panalpina 5,7 Prozent ins Plus.

(Reuters)