Euro-Dollar-Kurs - Der Kampf der Euro-Bullen

Der Euro kommt derzeit nicht über 1,25 Dollar hinaus. Die kommenden Wochen sind für den weiteren Kursverlauf entscheidend.
25.02.2018 16:31
Das Seilziehen um den Wert der Gemeinschaftswährung geht weiter.
Das Seilziehen um den Wert der Gemeinschaftswährung geht weiter.
Bild: ZVG

Die Euro-Bullen kämpfen in diesem Jahr damit, die Gemeinschaftswährung über 1,25 Dollar hinauszutreiben - genau wie 2017, als sich 1,20 Dollar als hartnäckiger Widerstand erwies.

Der Euro ist im vergangenen Monat drei Mal von dieser Grenze gescheitert, was Erinnerungen an die frappierend ähnliche Entwicklung im September und Oktober weckt. Damals war eine Kombination aus Optimismus über die Geldpolitik und die Politik in Deutschland nötig, um die Hürde von 1,20 Dollar letztlich zu überwinden. Dieses Mal werden die Ergebnisse der Wahlen in Italien und die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank im März entscheidend dafür sein, ob die Gemeinschaftswährung das auch mit 1,25 Dollar wiederholen kann.

In der Handelswoche ab dem 5. März wird der Markt auf die Wahlen in Italien reagieren, die seit langem als eines der wenigen verbliebenen Risiken im Euroraum betrachtet werden. Am selben Wochenende findet auch der SPD-Mitgliederentscheid über eine Grosse Koalition mit der Union unter Bundeskanzlerin Angela Merkel statt. Am 8 März findet dann die nächste Ratssitzung der EZB statt.

Und dann kommt noch Mario

Dem Euro war am 12. Januar der Befreiungsschlag von dem Gravitiationsfeld von 1,20 Dollar gelungen, nachdem Merkel und die Sozialdemokraten eine vorläufige Einigung erzielt hatten, die einige Risiken für die Gemeinschaftswährung minderten. Darauf folgte die Zusammenfassung der EZB-Sitzung im Dezember, die zeigte, dass die Notenbanker in den ersten Monaten des Jahres 2018 eine restriktivere Tonart in ihrer Kommunikation in Erwägung ziehen.

Wenn Italien nach dem Votum am 4. März ein Parlament ohne die Mehrheit einer Partei vermeiden kann oder wenn Parteien, die nicht mit einem Austritt aus dem Euroraum liebäugeln, die Kontrolle übernehmen, dann könnte der Wahlgang vom Markt genauso betrachtet werden wie die Urnengänge vergangenes Jahr in den Niederlanden und Frankreich: als zu viel Lärm um nichts.

Und dann kommt noch Mario Draghi. Der Markt nimmt die Möglichkeit zur Kenntnis, dass der EZB-Präsident die Inflations- und Wachstumsprognosen erhöht. Anleger werden auch auf eine Änderung der Wortwahl des EZB-Rats achten, während sich die Notenbanker auf ein mögliches Ende der Anleihenkäufe vorbereiten.

Sollten sich diese Risiken zugunsten des Euro ändern, könnte die Währung eine wegweisende Rally über 1,25 Dollar hinlegen. Andernfalls dürfte sich das seitwärts tendierende Handelsmuster wiederholen, das in den späteren Monaten 2017 zu sehen war.

  • HINWEIS: Vassilis Karamanis iVassilis Karamanis ist ein FX- und Zinsstratege, der für Bloomberg schreibt. Es handelt sich hier um seine eigenen Beobachtungen, die nicht als Anlageberatung gedacht sind.

 

(Bloomberg)