Euro-Franken-Kurs klettert auf Zweimonats-Hoch

Der Kurs des Euro zum Franken ist so hoch wie zuletzt vor dem Brexit-Votum in Grossbritannien. Devisenbeobachter fragen sich, ob sich das Wechselverhältnis über 1,09 Franken für einen Euro halten kann.
30.08.2016 10:04
Der Franken schwächt sich ab, doch die Devisen-Situation bleibt angespannt.
Der Franken schwächt sich ab, doch die Devisen-Situation bleibt angespannt.
Bild: Bloomberg

Derzeit entspannt sich der Euro-Franken-Kurs und die Schweizer Währung zeigt die weithin erwünschten Abwertungstendenzen. Mit einem Tauschverhältnis von aktuell 1,0934 Franken für einen Euro steht der Kurs so hoch wie seit Anfang Juni nicht mehr, wie der folgende Chart zeigt.

Der Euro-Franken-Kurs in den vergangenen 3 Monaten (Quelle: cash.ch)

Damals stand der Kurs bei 1,1106 und damit auf dem zweithöchten Stand seit der Abschaffung der Währungsuntergrenze durch die Schweizerische Nationalbank SNB.

Im Zuge der britischen EU-Abstimmung am 23. Juni, die für die Mehrheit der Prognostiker unerwartet mit einem Austritts-Votum endete, geriet das Währungspaar unter Druck. Interventionen der SNB - diese finden laut Devisenexperten laufend statt, genauso, wie der Markt den Franken unablässig testet - verhinderten einen Fall in Richtung Parität.

Was es der SNB im Moment leichter macht, sind abgedämpfte Konjunktursorgen. Der deutsche Ifo-Geschäftsklima-Index fiel weniger stark als erwartet. Andererseits deutet die schwierige wirtschaftliche Lage Italiens darauf hin, dass die EZB ihre lockere Geldpolitik beibehält oder gar ausweitet. Dies könnte wiederum eine Ausweitung der SNB-Negativzinsen mit sich bringen. Damit würde die Abschwächung des Frankens forciert. Die Situation bleibt aber in jedem Falle volatil.

Raiffeisen-Chef Patrik Gisel sagte Anfang August zu cash, der Euro-Franken-Kurs könnte im weiteren Verlauf des Jahres bis auf 1,15 steigen. Für viele Beobachter ist ein Euro-Franken-Kurs von 1,10 derzeit das höchste der Gefühle. Devisenexperten konzentrieren sich derzeit auf die 1,09-Marke.

"Ein Unterschreiten von 1,0900 würde allerdings dem gegenwärtig gültigen Trend einen Dämpfer versetzen, in der Folge müsste mit Kursverlusten in Richtung 1,0865 oder gar 1,0825 gerechnet werden", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einem Marktkommentar.

(cash)