Euro setzt seine Schwächephase fort

Der Euro hat am Montag im frühen Handel seine schwache Tendenz der letzten Tage fortgesetzt. Zum Franken hält er sich knapp über der Marke von 1,08.
24.10.2016 09:20
Der Franken ist zum Euro wieder leicht stärker geworden.
Der Franken ist zum Euro wieder leicht stärker geworden.
Bild: Bloomberg

An den zwischenzeitlich am Freitag erreichten tiefsten Stand seit März bei 1,0859 US-Dollar kam er aber zum Wochenbeginn nicht ganz heran. Aktuell liegt die Gemeinschaftswährung bei 1,0880 Dollar. Zum Franken hält sich der Euro bei einem Stand von 1,0811 CHF nur knapp oberhalb der 1,08er-Marke. Der US-Dollar zeigt sich mit 0,9937 CHF nur minimal bewegt gegenüber seinem Niveau von Freitagabend.

Händler führen die derzeitige Euro-Schwäche auf die Aussicht auf eine weiter ungebremste Geldflut durch die EZB zurück. Im Anschluss an die Zinssitzung der Notenbank am vergangenen Donnerstag hatte sich EZB-Präsident Mario Draghi zwar mit konkreten Hinweisen zur weiteren Entwicklung der Geldpolitik weitgehend zurückgehalten.

Allerdings machte der Notenbanker deutlich, dass ein abruptes Ende der Anleihekäufe durch die EZB unwahrscheinlich sei. Diese Aussage gilt am Markt als Ursache für die jüngste Kursschwäche des Euro.

An dieser Interpretation gibt es allerdings auch Zweifel. Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank, sieht eher eine Dollar-Stärke wegen gesunkener Chancen Donald Trumps auf einen Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen im November am Werk. Dass die EZB ihr Wertpapierkaufprogramm über März hinaus verlängern würde, sei dagegen "mehr als offensichtlich" gewesen. Draghis Kommentare seien nur Auslöser, nicht Ursache der Euro-Schwäche gewesen.

Bemerkenswerte Bewegung am Devisenmarkt gibt es unterdessen beim Yuan, den die chinesische Notenbank erneut schwächer festsetzte. Zwischenzeitlich kostete ein Dollar am Montag noch 6,7745 Yuan. Das ist der schwächste Wert der chinesischen Währung seit 2010. Unter anderem wegen der Erwartung steigender Leitzinsen in den USA steht der Yuan laut Händlern unter Druck.

(AWP)