Euro-Zone: Konsumentenpreise steigen leicht

Die Konsumentenpreise im Euro-Raum sind im Juni erstmals seit Januar wieder leicht gestiegen.
15.07.2016 11:15
Die Teuerungsraten sind in den einzelnen Euro-Ländern seht unterschiedlich. In Spanien betrug sie beispielsweise im Juni minus 0,9 Prozent.
Die Teuerungsraten sind in den einzelnen Euro-Ländern seht unterschiedlich. In Spanien betrug sie beispielsweise im Juni minus 0,9 Prozent.
Bild: cash

Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer zweiten Schätzung mitteilte, lag das Preisniveau 0,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Letztmalig hatte die Inflationsrate im Januar über der Nulllinie gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Konsumentenpreise im Juni um 0,2 Prozent.

Nach wie vor wird die Gesamtteuerung stark durch die im Jahresvergleich niedrigeren Energiepreise gedrückt. Allerdings lässt dieser Effekt nach. Im Juni war Energie 6,4 Prozent billiger als im Vorjahresmonat, nach einem Rückgang von 8,1 Prozent im Mai. Nahrungs- und Genussmittel waren 0,9 Prozent teurer als vor einem Jahr, Dienstleistungen legten um 1,1 Prozent zu. Die Preise für Industriegüter stiegen um 0,4 Prozent.

Die Kerninflationsrate lag im Juni bei 0,9 Prozent, nach 0,8 Prozent im Mai. Die Kernrate misst Preissteigerungen ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel. Sie soll den grundlegenden Preistrend besser wiedergeben als die Gesamtrate, weil die nicht berücksichtigten Komponenten als schwankungsanfällig gelten.

Grosse Unterschiede innerhalb des Euro-Raums

Das Inflationsgefälle im Euro-Raum ist nach wie vor hoch. Negative Teuerungsraten weisen etwa Zypern (minus 2,0 Prozent), Spanien (minus 0,9 Prozent) oder die Slowakei (minus 0,7 Prozent) aus. Die höchsten Preissteigerungen gibt es in Belgien (1,8 Prozent), Malta (1,0 Prozent) und Portugal (0,7 Prozent). In Deutschland liegt die Inflation nach europäischer Berechnungsmethode bei 0,2 Prozent.

Vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt die Inflation nach wie vor weit entfernt. Die Notenbank strebt für den gesamten Euro-Raum eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent an. Auf diesem Niveau spricht sie von Preisstabilität. Wegen der schwachen Inflation hat die EZB ihre Geldpolitik massiv gelockert.

(AWP)