Eurokurs fällt auf Stand von August 2015

Der Schweizer Franken legt am Montag gegen den Euro weiter zu und erreicht den höchsten Stand seit 15 Monaten.
14.11.2016 09:37
Von Pascal Züger
Der Franken wird zum Euro stärker - und zum Dollar schwächer
Der Franken wird zum Euro stärker - und zum Dollar schwächer
Bild: cash

Der Franken durchbricht im frühen Handel am Montag kurz die Marke 1,07 zum Euro und erreichte zeitweise einen Stand von 1,0685. Aktuell kostet der Euro 1,0696 Franken. Gemessen an den Schlusskursen war der Franken seit dem 6. August 2015 nie mehr so stark.

Die Schweizer Währung gilt traditionell in unruhigen Zeiten als sicherer Hafen. Neben der Schweizer Währung hat sich Montag auch Gold verteuert. Die Feinunze steigt zeitweise über 1 Prozent. 

Grund für das Erstarken des Franken gegenüber dem Euro ist auch die allgemeine Dollarstärke. So fällt der Euro gegen den Dollar auf den tiefsten Stand seit Januar, gegen den Franken steigt der "Greenback" am Montag bis auf 99,57 Rappen und hat die Parität in Sichtweite.

Der Dollar legt seit dem Sieg Donald Trumps bei den US-Wahlen gegenüber vielen Währungen zu. Experten erklären sich dies damit, dass Trump die Steuern senken und die Staatsausgaben erhöhen will. Dadurch könnte es zu einem Schub für die Wirtschaft und zu einem Anstieg der Inflation kommen. Die Renditen der US-Anleihen steigen ebenfalls stark.

Interveniert die SNB?

Verschiedene Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) letzten Mittwoch bei der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten aktiv war, um eine starke Frankenaufwertung zu verhindern. Ob und wie viel jedoch tatsächlich interveniert wurde, kann noch nicht eruiert werden.

Marktbeobachter gingen lange davon aus, dass die SNB eine "geheime" Untergrenze bei 1,08 führe. Das Währungspaar notiert aber seit knapp zwei Wochen unter dieser Marke.

Laut einem aktuellen Kommentar der St. Galler Kantonalbank macht es Sinn, dass die SNB keine starre Untergrenze verteidigt, da dies mehr Flexibilität beim Handeln erlaubt. Wichtig sei vor allem, dass es keine abrupten Aufwertungsschübe des Franken gäbe, die nicht mehr kontrolliert werden könnten. Die SNB sei aber weiterhin bestrebt, den Franken zum Euro stabil zu halten.

Die Zürcher Kantonalbank geht davon aus, dass in den nächsten Wochen aus charttechnischer Sicht noch weitere Abgaben bis maximal 1,057 möglich sind, ehe eine neue Gegenbewegung starte.