Europäische Zentralbank - Deutsche Banken fordern Ende der EZB-Negativzinsen

Deutsche Banken haben die Europäische Zentralbank zu einem Ende der Negativzinsen aufgefordert. Eine wachsende Zahl von Banken gibt die Strafzinsen der EZB an Kunden weiter.
13.10.2018 13:13
Symbol des Euro vor dem ehemaligen Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Symbol des Euro vor dem ehemaligen Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: cash

"Die lange Phase der Negativzinsen macht echte Probleme", sagte Bankenverbandspräsident Hans-Walter Peters am Samstag am Rande der IWF-Jahrestagung.

Europäische Banken müssten jährlich schon rund 7,5 Milliarden Euro an Strafzinsen an die EZB entrichten, während die US-Notenbank diese zu keiner Zeit erhoben habe und 2017 sogar rund 26 Milliarden Dollar an Zinsen auf Reserven gezahlt habe. Dadurch würden europäische Banken ins Hintertreffen geraten, sagte Peters am Rande der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) auf der indonesischen Insel Bali.

Zwar bekommen Banken frisches Zentralbankgeld weiterhin zu null Prozent Zinsen. Zugleich müssen sie aber aufpassen, nicht zu viel Geld zu horten, das zum Beispiel über Einlagen von Bankkunden reinkommt. Für überschüssige Liquidität, die die Institute bei der EZB parken, verlangt die Notenbank 0,4 Prozent Strafzinsen. Eine wachsende Zahl von Banken gibt die Strafzinsen der EZB an Kunden weiter.

"Immer mehr Banken nutzen die Option, die Finanzierungskosten zu senken, indem sie vor allem auf grossvolumige Einlagen im Firmenkundengeschäft negative Zinsen vereinnahmen", schrieb die deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht September. Zunehmend würden auch Einlagen privater Haushalte von den Instituten negativ verzinst.

Mit Blick auf den die Weltkonjunktur belastenden Handelskonflikt zwischen den USA und China äusserte Peters die Hoffnung, dass sich US-Präsident Donald Trump von positiven Börsenreaktionen auf jedes noch so kleine Entspannungssignal leiten lasse. "Er ist ein Dealmaker", meint Peters. Eine Lösung würde die "Märkte extrem stabilisieren".

(AWP)