Europäische Zentralbank - In Europa mehren sich die Anzeichen einer Zinswende

Noch lässt die Zinswende in Europa auf sich warten. Doch die Signale, die eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank anzeigen, mehren sich.
13.01.2018 07:27
EZB-Hauptquartier in Frankfurt.
EZB-Hauptquartier in Frankfurt.
Bild: cash

Basierend auf einer Auswahl von 65 verschiedenen Zinsmassen aus der Eurozone berechnet das Fixed Income Research der Hamburger Privatbank Berenberg insgesamt 260 Signale für steigende oder fallende Zinsen. Berücksichtigt werden dabei Kredit- und Einlagenzinsen, sowie die Renditen von Staats-, Bank- und Unternehmensanleihen.

Der daraus berechnete Composite-Indikator bewegt sich zwischen -100 Prozent (alle Signale zeigen fallende Zinsen) und +100 Prozent (alle Signale zeigen steigende Zinsen). "Die seit Mitte Dezember spürbar gestiegenen Renditen von Staatsanleihen sorgen dafür, dass unser Composite-Indikator das negative Terrain zum Jahresauftakt 2018 fast verlässt", schreiben die Analysten Philipp Jäger, Helge Schunck und Timo Segieth.

Mit einem Wert von -2% erreichte der Indikator im Nachgang an die Sintra-Rede von EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer 2017 seinen bisherigen Höchststand. 

Bloomberg-Daten zeigen auf Basis der OIS-Einlagensätze derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 49 Prozent für einen Zinsschritt der EZB im Dezember 2018. Eonia-Forwards preisen aktuell einen Anstieg von 19 Basispunkten für das Frühjahr 2019 ein.

"Angesichts nach wie vor negativer Beiträge der Komponenten Kredit- und Einlagenzinsen sowie Renditen von Bank- und Unternehmensanleihen kann indes noch nicht von einer Zinswende gesprochen werde", sagen die Berenberg-Analysten.

(Bloomberg)

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