Europas Banken ächzen immer noch unter faulen Krediten

Auch acht Jahre nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers, der eine Finanzkrise auslöste, sitzen Europas Banken immer noch auf faulen Krediten im Volumen von 1,2 Billionen Euro.
06.11.2016 16:56
Nicht nur die italienische Monte Dei Paschi hat gegen faule Kredite zu kämpfen.
Nicht nur die italienische Monte Dei Paschi hat gegen faule Kredite zu kämpfen.
Bild: Bloomberg

Nach Einschätzung von KPMG LLP werden die Banken auch in den nächsten Jahrzehnten noch mit den Problemkrediten belastet sein. schwaches Wirtschaftswachstum in der Region erschwert es den Banken, sich toxischer Aktiva zu entledigen.

Das drückt auf die Profitabilität, zumal die Kreditinstitute auch durch eine strengere Regulierung und strafzahlungen für früheres Fehlverhalten unter Druck sind, wie KPMG in einer diese Woche in London vorgestellten studie darlegt. Es könne eher "Jahrzehnte als Jahre" dauern, das Engagement abzubauen, was die Profitabilität der Banken beeinträchtige, heisst es weiter.

Die negativen Zinsen der Europäischen Zentralbank verringern den Ertrag der Banken aus der Kreditvergabe und erschweren es ihnen, die faulen Kredite abzubauen. Die Nettozinsmarge liegt KPMG zufolge in der Region bei durchschnittlich 1,2 Prozent im Vergleich zu rund 3,0 Prozent in den UsA.

"Die Profitabilität der Banken umzukehren, ist keine aussichtslose Sache. Aber es wird sicherlich harter Arbeit bedürfen", erklärte Marcus Evans, Partner im EZB-Büro von KPMG in einer Mitteilung. "Eindeutig haben Europas Banken noch mit der neuen Welt der niedrigen oder negativen Zinsen und steigender Kapital- und Regulierungskosten zu kämpfen."

Der Gesamtwert der toxischen Kredite in Europa ist seit 2008 von rund 1,5 Prozent der Ausleihungen auf über 5,0 Prozent seit 2013 gestiegen. Das hat laut KPMG negative Folgen für die Profitabilität, wegen der nicht bezahlten Zinsen, steigender Rückstellungen für wertberichtigte Aktiva und realisierter Verluste beim Abstossen fauler Kredite

(Bloomberg)