Europas Banken geben Milliarden für neue Fed-Vorschrift aus

Europäische Banken gegen für Vorschriften, welche die Notenbank Federal Reserve ihnen auferlegt, Milliarden aus. Auch die beiden Schweizer Grossbanken werden zur Kasse gebeten.
02.07.2016 14:20
Die Credit Suisse hat in den USA auch regulatorische Kosten.
Die Credit Suisse hat in den USA auch regulatorische Kosten.
Bild: Bloomberg

Die UBS und die Credit Suisse haben wie die Deutsche Bank, Barclays und neun andere ausländische Banken in den USA haben in den vergangenen drei Jahren insgesamt mehrere Milliarden Dollar ausgegeben, um eine neue Vorschrift der Federal Reserve zu erfüllen. Das bindet jedoch Kapital in den USA und erhöht die Kosten. Rechts-, Technologie- und andere Compliance-Kosten lagen bei einigen der grössten betroffenen Banken zwischen 100 Millionen Dollar und bis zu 500 Mio Dollar, wie fünf informierte Personen berichteten. Sie lieferten die Daten unter der Bedingung, dass die speziellen Kosten ihrer eigenen Gesellschaften nicht veröffentlicht werden.

Die Vorschrift tritt am 1. Juli in Kraft und besagt, dass ausländische Banken mit US-Aktiva von mehr als 50 Milliarden Dollar rechtliche Dachstrukturen für ihre US-Aktivitäten schaffen und an den jährlichen Stresstests der Fed teilnehmen. Die Fed hatte den Standard 2012 eingeführt und argumentiert, dass dieser dazu beitragen werde, US-Töchter ausländischer Banken sicherer zu machen, selbst wenn ihre Muttergesellschaften im Heimatmarkt in Schwierigkeiten geraten.

Die zehn grössten betroffenen Banken hatten im vergangenen Jahr durchschnittliche Betriebskosten von 32 Milliarden Dollar und ein Aufwand von 500 Millionen Dollar würde diese um weniger als zwei Prozent erhöhen. Dennoch wiesen drei der Gesellschaften im letzten Jahr Verluste aus, und die zusätzlichen Kosten werden es erschweren, mit Herausforderungen wie dem britischen Brexit-Votum sowie schwachem Wachstum in Europa, negativen Zinsen und Altlasten in Form von notleidenden Krediten umzugehen.  

Auch Nicht-Europäer betroffen

"Das ist sehr viel Geld für jede Bank, insbesondere im gegenwärtigen Umfeld, wo sie Probleme haben, Gewinne zu machen", sagt Karen Shaw Petrou, geschäftsführende Partnerin bei Federal Financial Analytics in Washington. "Banken haben in den vergangenen Jahren angesichts stärkerer Regulierung sehr viel mehr für Compliance ausgegeben. Damit ist weniger Geld für andere Aufgaben wie die Expansion in neue Geschäftsaktivitäten vorhanden."

Weitere europäische Grossbanken, die Holding-Gesellschaften schaffen müssen, sind BNP Paribas, Société Générale und HSBC. Mitsubishi UFJ Financial Group  und Royal Bank of Canada gehören zu den vier nicht-europäischen Häusern in der Gruppe. Sprecher der zehn Banken mit den grössten Aktivitäten in den USA wollten sich zu den Kosten für die Erfüllung der neuen Vorschrift nicht äussern.

(Bloomberg/cash)