Europas taumelnde Banken haben fast die Hälfte an Wert verloren

Europas Bankaktien stehen wieder im Rampenlicht. Aber die Gründe dafür sind gar nicht glanzvoll.
07.08.2016 10:10
Gebäude der Commerzbank in Frankfurt.
Gebäude der Commerzbank in Frankfurt.
Bild: cash

Am Dienstag, dem zweiten Handelstag nach dem Stresstest-Ergebnis, fielen die Kurse von Commerzbank und Deutsche Bank auf neue Rekordtiefs. Dabei hatte der Stresstest gezeigt, dass fast alle europäischen Banken über genügend Kapital verfügen, um einer Krise zu widerstehen. Der Bankenindex für den Stoxx Europe 600 verzeichnete den grössten Zweitagesverlust in fast vier Wochen.

"Ich will es nicht aussprechen, aber es ist der Weltuntergang für die Banken", wenn der Index weiter fällt, sagte Joe Tracy, Leiter kontinentaleuropäische Aktien bei Svenska Handelsbanken in Stockholm.

Analysten gehen davon aus, dass die Gewinne der Banken in diesem Jahr um 18 Prozent einbrechen werden. Schlechtere Ergebnisse werden nur noch von den Energie- und Bergbaufirmen in den Stoxx 600 Branchenindizes erwartet.

Die nachfolgenden Grafiken zeigen das Ausmass der Schläge für die europäischen Banken in diesem Jahr auf.

1. Einbruch der Marktkapitalisierung

Noch im Juli vergangenen Jahres hatten Europas Banken den höchsten Marktwert seit 2008 erreicht. Seither haben sie rund 40 Prozent an Wert verloren, oder mehr als eine halbe Billion Euro, wie Daten von Bloomberg zeigen. Der Rückgang ist grösser als der Börsenwert des gesamten italienischen Aktienmarkts.

2. So billig wie nie

Auf der Basis des Kurs/Buchwerts werden die europäischen Banken nahe den niedrigsten Bewertungen aller Zeiten im Verhältnis zum Stoxx 600 gehandelt, wie Daten von Bloomberg, die bis ins Jahr 2005 zurückreichen, zeigen. Das gleiche gilt im Vergleich mit einem US-Bankenindex.

3. Aktien-Ausverkauf

Der Aktienkurs der Credit Suisse Group ist dieses Jahr um 51 Prozent eingebrochen, Deutsche Bank und Commerzbank kommen auf Kursverluste von mindestens 45 Prozent. Etwa Zweidrittel der grössten Banken Europas haben allein dieses Jahr mehr als 20 Prozent verloren.

(Bloomberg)