Europas Wirtschaft kommt nicht vom Fleck

Die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern in der Euro-Zone liefen im Februar so schleppend wie seit über einem Jahr nicht mehr.
03.03.2016 10:29
Der Überseehafen von Barcelona: Die europäische Wirtschaft kommt nicht in Schwung.
Der Überseehafen von Barcelona: Die europäische Wirtschaft kommt nicht in Schwung.
Bild: cash

Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex fiel um 0,6 auf 53,0 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 5000 Betrieben mitteilte. Das Barometer hielt sich damit aber über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. Das Ergebnis fiel zudem etwa besser aus als zunächst mit 52,7 Punkten geschätzt.

"Die Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit, der damit einhergehende verlangsamte Jobaufbau und die stärkste Reduzierung der Verkaufspreise seit einem Jahr deuten darauf hin, dass der Aufschwung der Euro-Zone auf breiter Front an Dynamik verliert", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Damit steigen die Chancen, dass die EZB mit aggressiven Massnahmen einen erneuten Abschwung verhindert."

Was macht die EZB?

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte bereits kommende Woche ihre Geldpolitik lockern. Spekuliert wird über eine Aufstockung des Anleihe-Kaufprogramms. Auch der Strafzins für Banken, die Geld bei der EZB parken, könnte erhöht werden. Die EZB will Finanzinstitute dazu anregen, mehr Kredite zu vergeben und damit die Konjunktur anzuschieben sowie die Inflation anzuheizen.

In einzelnen Ländern entwickelt sich die Konjunktur unterschiedlich. "Während Deutschland, Italien und Spanien im bisherigen Quartalsverlauf moderates Wachstum signalisieren, droht Frankreich wahrscheinlich Stagnation", sagte Williamson. Der deutsche Einkaufsmanagerindex gab um 0,4 auf 54,1 Zähler nach, wobei der für die Dienstleister stieg und der für die Industrie sank.

Auch in China verdichten sich die Hinweise auf eine Abkühlung: Im Februar schwächte sich das Wachstum im Service-Bereich der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt deutlich ab. Der Einkaufsmanager-Index von Markit und dem Medienhaus Caixin fiel auf 51,2 von 52,4 im Januar. Damit setzte sich das Wachstum bei den Dienstleistern zwar den 19. Monat in Folge fort. In einer Mitteilung verwies Caixin aber darauf, dass die Expansion nur schwach und weit unterhalb des langfristigen Durchschnitts verlaufe.

(Reuters)