Eurozone - Merkel hält europäischen Finanzminister für sinnvoll

Trotz der Kritik von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit in der Eurozone erheblich zu verstärken.
15.09.2017 14:56
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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Es sei eine sehr viel regelmässigere Zusammenarbeit nötig, sagte Merkel am Freitag in Berlin nach einem Treffen mit dem französischen Ministerpräsidenten Edouard Philippe. "Deshalb habe ich mich auch nicht gegen einen europäischen Finanzminister ausgesprochen. Ich kann mir das gut vorstellen", sagte sie. "Dann ... werden wir darüber nachdenken müssen, einen permanenten Mechanismus wie den ESM noch einmal zu stärken in Richtung eines europäischen Währungsfonds." Zudem müssten die besten Erfahrungen in den nationalen Wirtschaftspolitiken stärker verglichen werden.

Sie wolle aber, dass Schlagworte wie die Schaffung eines Eurozonen-Budgets mit Inhalt gefüllt würden. "Da habe ich keinen Zweifel, dass wir mit Frankreich gemeinsame Lösungen finden werden", sagte sie. Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl würde auch die nächste deutsche Regierung sehr eng mit Frankreich zusammenarbeiten. Auch Philippe betonte mit Blick auf gemeinsame Reformvorschläge: "Wir gehen beide voran – schnell und auch weit", sagte er. EU-Kommissionspräsident Juncker hatte sich am Mittwoch gegen ein Eurozonen-Budget ausgesprochen.

(Reuters)