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Evolva-CEO: «Viele interessieren sich für uns»

Das Biotechunternehmen Evolva surft nun seit einigen Wochen auf der Erfolgswelle. Damit wird das Unternehmen immer attraktiver für eine Übernahme.
15.10.2014 17:37
Von Frédéric Papp
Neil Goldsmith, CEO von Evolva.
Neil Goldsmith, CEO von Evolva.
Bild: ZVG

Im Biotechsektor gibt es eine Faustregel: 9 von 10 Startups gehen unter. Oft endet eine Engagement somit im Totalverlust. Für die in Reinach ansässige Biotech-Firma Evolva wird ein Happy End aber immer wahrscheinlicher. Das Unternehmen, welches im Bereich Gesundheits-, Ernährungs- und Wellnessprodukte forscht, konnte in den vergangenen Monaten diverse Erfolge vermelden.

Trotz den good News notiert die Aktie heute gut 20 Prozent tiefer als Ende Juni dieses Jahres. Grund sind Gewinnmitnahmen – die Aktien sind im ersten Halbjahr fast 50 Prozent geklettert. Weiter trieb das nervöse Marktsentiment Anleger aus den Evolva-Aktien. Biotechtitel reagieren in der Regel sehr sensibel auf Unternehmensnews und leiden überdurchschnittlich stark bei nervöser Marktlage.

Break-Even ab 2017

Für die kommenden Monate gibt sich das Unternehmen weiter zuversichtlich. "Wir sind gut ins zweite Semester gestartet", sagt Evolva-CEO Neil Goldsmith zu cash. Das Unternehmen hänge zwar noch in den roten Zahlen, aber ab 2017 sei der Break-Even wahrscheinlich, so Goldsmith. Zum Gewinn beitragen werden laut dem Management die Produkte Vanillin und Resveratrol, welche im ersten Halbjahr am Markt eingeführt wurden.

Biotechunternehmen legen üblicherweise eine lange Durststrecke zurück, bis sie die Gewinnzone erreichen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung verbrennen entsprechend viel Cash und bis ein Wirkstoff die Marktreife erlangt, sind diverse Zulassungshürden der Gesundheitsbehörden (FDA) zu überspringen. Mit jeder gemeisterten Hürde steigen die Erwartungen der Investoren und Aktionäre, der Kurs schnellt hoch. Bei Bad News hingegen ist ein heftiger Kurssturz die Regel. Zuletzt mussten dies Cytos-Aktionäre schmerzhaft erfahren (cash berichtete).

Die Grossen schielen auf die Kleinen

Je erfolgreicher ein Unternehmen ist, desto mehr rückt es auf den Radar grosser Unternehmen im Pharma oder Nahrungsmittelbereich. Diese Branchen spüren den Margendruck schon seit Längerem, sei es aus Konkurrenzgründen oder weil die Gesundheitsbehörden weltweit auf der Sparbremse stehen. Firmen, die über eine attraktive Produktpipeline verfügen, flattern denn auch Übernahmeofferten ins Haus.

Auch die Produktpipeline von Evolva erregt Aufmerksamkeit, nicht zuletzt deswegen, weil sie einen Milliardenmarkt bedient. "Viele Firmen interessieren sich für unser Bereich", sagt Goldsmith, der Evolva vor rund zehn Jahre mitgründete und seither als CEO amtet. Eine Übernahme würde den Aktienkurs des Reinacher Unternehmens hochkatapultieren.