Ex-Asienchef von Privatbank BSI im Visier der Finma

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma untersucht die Rolle des ehemaligen BSI-Asienchefs Hans Peter Brunner in Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den malaysischen Fonds 1MDB.
14.07.2016 06:54
Die Finma hat die Auflösung der Privatbank BSI verfügt (im Bild die Niederlassung in Zürich).
Die Finma hat die Auflösung der Privatbank BSI verfügt (im Bild die Niederlassung in Zürich).
Bild: cash

Die Behörde habe ein sogenanntes Enforcement-Verfahren gegen Brunner angestrengt, bestätigte sein Anwalt Benno Hafner am Mittwoch einen Bericht der "Handelszeitung". Details nannte er nicht. Ein Finma-Sprecher wollte sich dazu nicht äussern. Brunner hatte bei der Privatbank BSI gemeinsam mit anderen Managern das Asien-Geschäft aufgebaut. Im März hatte BSI den Abgang des prominenten Bankers angekündigt.

Das Institut war in den Sog des Korruptionsskandals um den Staatsfonds 1MDB geraten. Gegen den Fonds laufen in mehreren Ländern Geldwäsche-Untersuchungen. Nach Ansicht der Finma hat BSI bei Transaktionen mit 1MDB Geldwäsche-Bestimmungen verletzt. Sie hatte daraufhin im Mai die Schließung der Bank angeordnet und zugleich ein sogenanntes Enforcement-Verfahren gegen zwei ehemalige Funktionsträger eröffnet - ohne jedoch deren Namen zu nennen. Dabei untersucht die Behörde die Verantwortlichkeit der beiden Manager. Ihnen droht im Ernstfall ein mehrjähriges Berufsverbot sowie die Rückzahlung möglicher unrechtmässig erzielter Gewinne. BSI soll vom Vermögensverwalter EFG International übernommen werden.

(Reuters)