Ex-Chefvolkswirt sieht in Verkauf Option für Deutsche Bank

In der Diskussion über die Zukunft der Deutschen Bank hält ihr Ex-Chefvolkswirt Thomas Mayer einen Verkauf an eine US-Bank für eine Option.
08.10.2016 12:42
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Bild: cash

"Als europäisches Standbein eines in den USA verankerten globalen Finanzhauses könnte sich die Deutsche Bank in ganz Europa als wichtige Investmentbank entfalten", sagte Mayer dem neuen Monatsmagazin "Tichys Einblick" laut Vorabbericht vom Samstag. Eine Übernahme sei angesichts der niedrigen Marktkapitalisierung ohne weiteres möglich. Die umfangreichen Aufräumarbeiten und die drohende Milliardenstrafe in den USA wegen Hypothekengeschäften schreckten derzeit noch Käufer ab.

Vorstandschef John Cryan konzentriere sich auf die Altlasten, verzichte bislang aber auf ein strategisches Konzept, und schaffe damit bereits die Voraussetzungen für einen Verkauf an eine global tätige Investmentbank.

Als Alternative zu einem Verkauf nennt Mayer eine drastische Verkleinerung des Geldhauses auf die Grösse einer Art "Investmentboutique". Voraussetzung für eine Neuausrichtung sei die Konzentration auf deutsche Kundschaft. "Das grösste Pfund der Bank ist ihre enge Beziehung zu den Kunden des Landes", erklärte Mayer. Die Deutsche Bank ist Finanzkreisen zufolge in ihren Gesprächen mit wichtigen Investoren schon seit einiger Zeit unter Druck geraten, sich angesichts ihrer nicht enden wollenden Aufräumarbeiten nach einem potenziellen Fusionspartner umzuschauen.

(Reuters)