Ex-CS-CEO Grübel schliesst Staatsrettung der CS aus

Der ehemalige CS- und UBS-CEO Oswald Grübel schliesst aus, dass die Credit Suisse (CS) vom Staat gerettet werden muss, analog zur UBS-Rettung in der Finanzkrise.
08.07.2016 14:59

"Die Welt ist heute eine ganz andere als vor sechs Jahren, die Banken haben viel mehr Kapital", sagt Grübel in einem am Freitag online publizierten Interview mit der Zeitung "Blick". Zudem habe man heute auch mehr Erfahrung, wie man mit Liquiditätsproblemen umgehen kann.

Der europaweite Absturz der Bankaktien erstaune ihn nicht, sagte Grübel mit Verweis auf die kriselnde italienische Finanzindustrie und den Brexit. Bei der CS und der UBS realisierten die Anleger, dass die Gewinne der Banken in Zukunft nicht mehr so hoch sein würden wie sie erwartet hätten, was zu einer Anpassung führe. "Die Aktienkurse der CS und UBS könnten noch weiter sinken." Die CS-Aktie war in der laufenden Woche unter die Marke von 10 CHF abgerutscht und hat im laufenden Jahr bereits rund die Hälfte des Werts verloren.

Für das Amt des CS-Verwaltungsratspräsidenten steht der 72-jährige Grübel indes nicht zur Verfügung, wie er auf eine entsprechende Frage sagte. "Ich bin pensioniert und viel zu alt, um so etwas noch zu tun." Aber auch eine Ablösung des amtierenden Präsidenten Urs Rohner durch den ehemaligen SNB-Präsident Philipp Hildebrand - die der "Blick" diese Woche ins Spiel gebracht hatte - würde ihn überraschen. "Beim Vermögensverwalter Blackrock hat Hildebrand im Moment einen besseren Job."

(AWP)