Ex-UBS-Banker wird wegen Janus-Fusion reich

Die Beratungsfirma von Steve Niemczyk dürfte bis zu 20 Millionen Dollar einstreichen, nachdem der ehemalige UBS-Banker den US-Vermögensverwalter Janus bei dessen geplantem Zusammenschluss mit Henderson begleitet hatte.
08.10.2016 17:01
London ist die Heimat von Loeb Spencer House Partners.
London ist die Heimat von Loeb Spencer House Partners.
Bild: Pixabay

Die Firma von Niemczyk heißt Loeb Spencer House Partners und wurde gerade erst vor einem Jahr eröffnet. Das Unternehmen war der einzige Banking-Berater von Janus bei den Verhandlungen mit dem britischen Konkurrenten. Die Schätzung der anstehenden Gebühren basiert auf Berechnungen des Beratungsunternehmens Freeman & Co. Es nutzte für seine Kalkulationen den derzeitigen Wert von Janus und die Aktien, die im Rahmen der Transaktionen getauscht werden.

Bank of America und Centerview Partners dürften weitere 20 Mio. Dollar unter sich aufteilen, weil sie Henderson bei der Fusion beraten haben, schätzt Freeman. "Die ungewöhnlichste Sache ist, dass der Berater von Janus ein Unternehmen ist, das in den Rankings nicht so prominent auftaucht", sagt Jeff Nassof, Vice President von Freeman, in einem telefonischen Interview mit Bloomberg. "Es könnte sehr gut sein, dass dies die größte Gebührensumme ist, die das Unternehmen jemals verdient hat."

Niemczyk hatte die Boutique-Firma im Rahmen einer Allianz mit der New Yorker Loeb Partners und der Londoner Spencer House Partners gegründet, um an grenzüberschreitenden Transaktionen von Finanzdienstleistern zu arbeiten. Jamie Kempner von Loeb und Jeremy Sillem von Spencer House hatten gemeinsam mit Niemczyk bei Lazard gearbeitet. Das geht aus der Pressemitteilung hervor, in der das Joint Venture einst angekündigt worden war.

Transaktion wird weitere Fusionen in der Branche antreiben

Der Zusammenschluss von Janus und Henderson wird bei Abschluss einen rund 320 Mrd. Dollar schweren Vermögensverwalter schaffen. Die fusionierte Janus Henderson Global Investors wird gleichwohl nur ein kleiner Fisch sein im Vergleich zu BlackRock und Vanguard, die 4,9 Billionen Dollar beziehungsweise 3,5 Billionen Dollar verwalten.

Beobachter gehen derweil davon aus, dass die Transaktion weitere Fusionen in der Branche antreiben wird. Investmentmanager, die aktiv Aktien und Anleihen auswählen, haben in den vergangenen Jahren Marktanteile an Gesellschaften verloren, die passiv investieren und niedrigere Gebühren nehmen.

Niemczyk hatte Bank of America im vergangenen Jahr verlassen. Bei der US-Großbank war er im Jahr 2009 als weltweiter Chef für Asset-Management-Banking an Bord gegangen. Weitere berufliche Stationen neben Lazard und der UBS waren Morgan Stanley und Blackstone.

(Bloomberg)