Exotische BörsenplätzeBargeld-Knappheit hievt Zimbabwes Aktienmarkt auf Rekordhoch

Wegen der akuten Bargeld-Not in Zimbabwe stecken immer mehr Menschen ihr Erspartes in Aktien.
16.09.2017 10:21
Blick auf die zimbabwische Hauptstadt Harare, dem früheren Salisbury.
Blick auf die zimbabwische Hauptstadt Harare, dem früheren Salisbury.
Bild: Pixabay

Der Leitindex der dortigen Börse stieg diese Woche auf 301,03 Punkte. Das ist der höchste Stand seit seiner Neuauflage 2009, als das afrikanische Land wegen der Hyper-Inflation die eigene Währung aufgab und den US-Dollar als Zahlungsmittel einführte.

"Aktien sind ein attraktives Mittel zur Vermögensbewahrung geworden, weil wegen des gescheiterten Finanzsystems die US-Dollar auf der Bank weniger wert sind als in bar", sagte ein Analyst eines örtlichen Brokerhauses. Die Wirtschaft Zimbabwes basiert immer noch auf Bargeld, obwohl die Notenbank bargeldlose Geschäfte fördert. In den Banken sind derzeit jedoch praktisch keine Dollar zu erhalten. Unternehmen müssen sich daher häufig zu hohen Kosten auf dem Schwarzmarkt mit der Währung eindecken.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Leitindex der Börse in der Hauptstadt Harare seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Getrieben wurde die Rally unter anderem von den Kursgewinnen der Brauerei Delta, des Mobilfunkers Econet und von Padenga. Die Titel des Exporteurs von Krokodil-Leder haben ihren Kurs in den vergangenen neun Monaten sogar verfünffacht.

Insgesamt liegt die Marktkapitalisierung des Aktienmarktes von Zimbabwe allerdings bei gerade einmal 8,1 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Der Schweizer Mid-Cap Straumann hat allein eine Kapitalisierung von 9,3 Milliarden Franken. Die jährliche Wirtschaftsleistung Zimbabwes liegt bei etwa 14 Milliarden Dollar.

(Reuters/cash)