Experten zur Rede von Fed-Chefin Yellen

Die Argumente für eine Zinsanhebung haben nach Einschätzung von Fed-Chefin Janet Yellen an Zugkraft gewonnen.
26.08.2016 16:28
Gebäude der US-Notenbank in Washington, D.C.
Gebäude der US-Notenbank in Washington, D.C.
Bild: iNg

Es gebe Verbesserungen auf dem US-Arbeitsmarkt, zudem werde ein moderates Wirtschaftswachstum erwartet, sagte Yellen am Freitag in einer Rede auf der Notenbanker-Konferenz der Fed in Jackson Hole in Wyoming. Yellen signalisierte in ihrer Rede nicht, wann genau die Fed den nächsten Zinsschritt wagen will. Ökonomen sagten dazu in ersten Reaktionen:

SUBADRA RAJAPPA, SOCIETE GENERALE:

"Wir haben nicht wirklich ein Signal für eine Anhebung im September erwartet. Aber sie hat die Tür offen gehalten, den Schritt eher früher als später zu machen. Die Fed will wohl, dass die Märkte einzupreisen beginnen, dass es in diesem Jahr zu einer Anhebung kommt."

BRIAN JACOBSEN, WELLS FARGO FUNDS MANAGEMENT:

"Yellen möchte den Tisch für September decken. Vielleicht liefert sie die Zinserhöhung aber erst im November oder Dezember."

CHRISTIANE VON BERG, BAYERNLB:

"Eigentlich gibt es nicht viel Neues. Die Themen, die die Märkte interessieren - Leitzins und wirtschaftliche Entwicklung - hat Yellen nur am Rande erwähnt. Am interessantesten ist noch ihre Einschätzung, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung gestiegen ist. Sie hat ihren Fokus mehr auf technische Themen der Zentralbankpolitik gelegt. Das dürfte die Märkte am Ende eher etwas enttäuscht haben."

BERND WEIDENSTEINER, COMMERZBANK:

"Die Rede enthält wenig Neues. Dass nach zwei sehr guten Arbeitsmarktberichten in Folge die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung steigt, stand auch vorher schon fest. Wir gehen davon aus, dass die Fed im Dezember ihren Leitzins anhebt. Wichtig wird die Arbeitsmarktbilanz für August am kommenden Freitag. Fällt sie deutlich besser aus, könnte der Zinsschritt auch schon im September erfolgen."

(Reuters)