EY-Analyse - Beratungsfirma sieht VW, BMW & Co vor schwierigem Jahr in China

Nach dem jüngsten Absatzeinbruch auf dem chinesischen Markt steuern die deutschen Auto-Konzerne in der Volksrepublik laut Experten auf unsichere Zeiten zu.
10.02.2019 21:15
BMW ist ertragreich, der Autobau erreicht einen starken Cash Flow - doch dies hängt auch von China ab.
BMW ist ertragreich, der Autobau erreicht einen starken Cash Flow - doch dies hängt auch von China ab.
Bild: Pixabay

"Die Branche bereitet sich auf ein schwieriges Jahr 2019 vor", sagte Peter Fuß, Partner beim Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY. Es hat die weltweiten Pkw-Verkäufe der deutschen Automobilkonzerne analysiert.

Zum Jahresende hin brach der chinesische Pkw-Markt vor dem Hintergrund der sich abkühlenden Konjunktur und des Handelsstreits mit den USA ein. Der Auto-Absatz sank im vierten Quartal um 15 Prozent. "Eine Entwicklung, der sich auch die deutschen Konzerne nicht vollständig entziehen konnten: Ihr kumulierter China-Absatz ging im vierten Quartal um sechs Prozent zurück", so Fuß. Im Gesamtjahr schrumpfte Chinas Neuwagenmarkt demnach um vier Prozent – der erste Rückgang seit über 20 Jahren.

"Es ist derzeit völlig unklar, ob der Absatzrückgang anhält, oder ob sich der Markt wieder erholt. Wir sehen dunkle Wolken am Himmel, wissen aber nicht, ob es tatsächlich ein Gewitter gibt", erläuterte der EY-Partner. Vor allem bei VW hänge viel vom Geschäft im Reich der Mitte ab: Wie im vorangegangenen Jahr wurden laut EY 2018 vier von zehn weltweit verkauften Autos an chinesische Kunden ausgeliefert. Bei Daimler kletterte der Anteil von 25 auf 28 Prozent, bei BMW von 24 auf 26 Prozent.

Experte Fuß erwartet, dass die Regierung in Peking wieder milliardenschwere Konjunkturprogramme auflegen wird, von denen dann auch der Pkw-Markt profitieren dürfte. Viel hänge auch von der weiteren Entwicklung des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits ab. "Sollte es hier zu einer Einigung kommen, dürfte sich auch die Situation auf dem Neuwagenmarkt deutlich entspannen", sagte Fuß. Daimlers Pkw-Tochter Mercedes-Benz machten zuletzt vor allem die höheren Importzölle Chinas gegenüber den USA zu schaffen, weil sie SUV-Lieferungen nach China verteuerten und den Absatz dämpften.

(Reuters)

 

Ausgewählte Produkte auf Volkswagen

Investment-Ideen von Julius Bär