EY-Studie - Schweizer Führungskräfte wieder zuversichtlicher

Schweizer Führungskräfte blicken der konjunkturellen Entwicklung wieder positiver entgegen als noch vor einem halben Jahr.
22.05.2017 12:37
Gute Aussichten für die Schweizer Wirtschaft: Blick in Richtung Luzern.
Gute Aussichten für die Schweizer Wirtschaft: Blick in Richtung Luzern.
Bild: Pixabay

So rechnen sechs von zehn Manager mit einem Aufschwung im Heimmarkt, wie eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt. Als Risiken sehen die hiesigen Unternehmensleiter für die nächsten Monate aber eine erhöhte Volatilität von Währungen und Rohstoffpreisen sowie Beschränkungen der Freizügigkeit von Arbeitskräften.

Auch global schätzen die Entscheidungsträger in grossen Unternehmen die Konjunkturaussichten deutlich besser ein als vor sechs Monaten. Fast zwei Drittel rechnen gemäss der Befragung mit einer besseren Wirtschaftslage. Im globalen Kontext befürchten aber auch viele Führungskräfte Einschränkungen der unternehmerischen Freiheiten sowie zunehmenden Protektionismus und geopolitische Instabilität.

Überraschend grosser Optimismus

"Die Unternehmen sind trotz der angespannten politischen Grosswetterlage in ausgesprochen guter Stimmung", lässt sich Stefan Rösch-Rütsche, Partner und Leiter Transaktionen bei EY Schweiz, in einer Mitteilung vom Montag zitieren. "Den wiedererwachten Optimismus beobachte ich auch bei den Schweizer Unternehmen".

Zudem sei die Zuversicht nach der Wahl von Donald Trump noch intakt, und Europa wachse so stark wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr, so Rösch-Rütsche weiter. Zur guten Stimmung trage auch die besser als erwartete Entwicklung der chinesischen Wirtschaft bei. Politische Unsicherheiten in der Welt blieben aber zentrale Determinanten der wirtschaftlichen Entwicklung.

Mehr M&A-Aktivitäten

Die guten Konjunkturaussichten seien ausserdem im Hinblick auf M&A-Aktivitäten förderlich. Knapp die Hälfte der Schweizer Unternehmen rechne in den kommenden zwölf Monaten mit mehr Übernahmen und Fusionen. Vor sechs Monaten gingen noch neun von zehn Unternehmen von einer Stagnation aus, heisst es dazu.

Das Übernahmefieber hat laut Studie vor allem bei Schweizer Unternehmen spürbar zugenommen. Hiesige Firmen seien aktiver als die weltweite Vergleichsgruppe. Sie haben im Schnitt zweieinhalb Projekte in der Pipeline, weltweit sind es nur eineinhalb, wie es heisst.

Konkret dürfte es aber vielen Unternehmen schwierig fallen, geplante Übernahmen auch zu tätigen, weil vermehrt Zweifel an Zahl und Qualität der Akquisitionsmöglichkeiten herrsche. "Die Unternehmen haben gut verdient und ihre Finanzkraft für Übernahmen gesteigert", so Rösch-Rütsche. Gleichzeitig nehme aber die Zahl möglicher Kandidaten ab, da die Konkurrenz die Preise hochtreibe. Daher sei die Zahl der Schweizer Unternehmen, die weniger M&A-Möglichkeiten sehen zuletzt auch "sprunghaft" angestiegen.

(AWP)